Rekord-Hurrikan zerstört Florida und sorgt für Chaos

Panama City Beach - Meterhohe Flutwellen, mächtige Windböen, strömender Regen: Hurrikan "Michael" hat Florida mit Wucht getroffen und im Nordwesten des US-Bundesstaates für extremes Wetterchaos und Zerstörung gesorgt.

Brian Bon inspiziert Schäden in der Innenstadt, nachdem der Hurrikan "Michael" in dem Gebiet auf Land getroffen war.
Brian Bon inspiziert Schäden in der Innenstadt, nachdem der Hurrikan "Michael" in dem Gebiet auf Land getroffen war.  © Pedro Portal/Miami Herald/AP/dpa

Das Nationale Hurrikanzentrum sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmaß der Folgen am Donnerstag noch unklar war. Tags zuvor war "Michael" mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf die Küste getroffen.

Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf die Polizei, nahe Greensboro sei ein Mann getötet worden, als ein Baum auf ein Haus fiel. In hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus. Floridas Gouverneur Rick Scott ließ Such- und Rettungsmannschaften in die besonders schlimm betroffenen Gebiete ausrücken.

Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. Auch auf Bildern aus der Stadt Panama City Beach waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen.

Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als Panhandle (Landzipfel oder wörtlich Pfannenstiel) wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet.

Der Hurrikan zerstörte ganze Häuser.
Der Hurrikan zerstörte ganze Häuser.  © Douglas R. Clifford/Tampa Bay Times/AP/dpa

"Michael" hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen. Die Behörden riefen hunderttausende Menschen eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet zu verlassen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber.

Missy Theiss lebt acht Kilometer von der Küste von Panama City Beach entfernt. Die 54-Jährige entschied sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden in ihrem Haus zu bleiben. "Ich schaue aus dem Fenster und es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet", schrieb Theiss in einer Textnachricht an die Deutsche Presse-Agentur.

"Es war die schlechteste Entscheidung, hier zu bleiben. Wir haben es für unsere Haustiere getan", erklärte sie. Sie habe gedacht, "Michael" würde die Küste als Hurrikan der Stufe zwei erreichen, dann wurde er aber zur Kategorie vier hochgestuft.

Bei seinem Zug nach Norden schwächte sich der Sturm zu einem Hurrikan der Kategorie eins ab, blieb aber dennoch gefährlich.

Am Mittwochabend (Ortszeit) zog er durch den Südwesten des Bundesstaates Georgia. In einigen Gebieten dort galten Tornadowarnungen.

Beschädigte Boote und Trümmer liegen im Yachthafen von Port St. Joe
Beschädigte Boote und Trümmer liegen im Yachthafen von Port St. Joe  © Douglas R. Clifford/Tampa Bay Times/AP/dpa

Titelfoto: Pedro Portal/Miami Herald/AP/dpa