Nach filmreifer Flucht aus dem Knast: Häftling muss vor Gericht

Erfurt - Vor dem Landgericht Erfurt könnte am Dienstag ab neun Uhr das Urteil gegen den Mann fallen, der wegen seiner Flucht aus dem Suhler Gefängnis einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.

Mit diesem Bild hatte die Polizei nach dem Mann gesucht, konnte ihn erst Monate später finden.
Mit diesem Bild hatte die Polizei nach dem Mann gesucht, konnte ihn erst Monate später finden.  © Polizei

Angeklagt ist der 41-Jährige aber wegen bandenmäßigen Drogenhandels. Die Flucht ist nicht Bestandteil der Verhandlung.

Dem Mann wird vorgeworfen, in sieben Fällen mit großen Mengen Cannabis gehandelt zu haben. Außerdem soll er rund 16 Kilogramm Marihuana gelagert haben. Der Angeklagte hat die Taten gestanden, wie ein Sprecher des Landgerichts sagte.

Dem aus Moldawien stammenden Mann war im Oktober 2017 die Flucht aus dem Gefängnis in Suhl-Goldlauter geglückt.

Er soll sich bei der Arbeit in der Haftwerkstatt in einer Pappkiste versteckt haben, die abtransportiert wurde. Bei einer Kontrolle war das nicht aufgefallen.

Monatelang war nach dem Mann gesucht worden, doch immer wieder konnte er der Polizei entkommen. Erst fünf Monate nach seinem Ausbruch fand ihn das LKA an der rumänisch-moldawischen Grenze und nahm ihn wieder fest.

An der spektakulären Flucht des Mannes aus dem Gefängnis Suhl-Goldlauter ist nach Ansicht von Experten menschliches und organisatorisches Versagen Schuld.

Update 12.27 Uhr:

Wegen bandenmäßigen Drogenhandels ist der 42-Jähriger vor dem Landgericht Erfurt zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten verurteilt worden.

Das Gericht sah es am Dienstag unter anderem als erwiesen an, dass der Angeklagte in sieben Fällen mit großen Mengen Marihuana gehandelt und größere Mengen davon gelagert hatte.

Titelfoto: Polizei

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