Flüchtlings-Familie kauft für zwei Euro Bettwäsche und macht Sensationsfund

Für zwei Euro kaufte die Familie ein Paket Bettwäsche - ohne zu ahnen, was sich darin versteckte!
Für zwei Euro kaufte die Familie ein Paket Bettwäsche - ohne zu ahnen, was sich darin versteckte!  © 123RF

Holzminden - "Unverhofft kommt oft": Dieses Sprichwort trifft in diesem Fall, der sich in Holzminden zutrug, wohl ganz besonders gut zu!

Tehan Abdullah, die Mutter einer syrisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, wird ihren Augen jedenfalls nicht getraut haben. Bei der Tafel in Holzminden kaufte sie im Mai für gerade einmal zwei Euro Kissen und Laken, wie unter anderem der Tägliche Anzeiger Holzminden berichtet.

Doch das Paket mit Bettwäsche sollte sich als noch größeres Schnäppchen herausstellen, als es ohnehin schon war. Als die Frau es zu Hause auspackte, purzelten ihr nämlich plötzlich 14.000 Deutsche Mark entgegen - umgerechnet immerhin mehr als 7150 Euro!

Obwohl sie sich über den unverhofften Geldsegen freuten, entpuppten sie sich als ehrliche Finder und meldeten ihren Fund bei der Polizei. "Ich konnte es nicht glauben. Doch für mich war sofort klar: Ich bringe das Geld zur Polizei", sagt die Finderin gegenüber dem NDR.

Seit zwei Jahren lebt die Familie in Deutschland. Ihr sei hier viel Gutes getan worden. "Jetzt tun wir eben Gutes." Von der Polizei wanderten die D-Mark-Scheine schließlich ins Fundbüro des Rathauses der Stadt Holzminden.

Und dort liegt das Geld seit einem halben Jahr. Bisher hat niemand einen Anspruch darauf erhoben. Was bedeutet das jetzt? Die Frist läuft bald ab. Meldet sich niemand, geht das Geld an den Finder.

Jetzt meldete sich allerdings die Tafel und erhob Anspruch auf die 14.000 D-Mark. "Die Tafel möchte sich nichts aneignen, was ihr nicht zusteht. Es geht nur um den Fall, dass die Tafel ein Zwischeneigentumsrecht hat – dann muss sie es geltend machen.

Tehan Abdullah fand 14.000 D-Mark und zeigte sich als ehrliche Finderin.
Tehan Abdullah fand 14.000 D-Mark und zeigte sich als ehrliche Finderin.  © Screenshot/NDR

Würden wir es nicht tun, dann könnte man mir umgedreht genauso den Vorwurf machen, ich würde die Interessen der Tafel nicht vertreten", meint Bernward Horn, Vorsitzender der Holzmindener Tafel.

Ob tatsächlich ein Zwischeneigentumsrecht gilt, muss jetzt von Juristen geklärt werden. Unklar sei außerdem, ob es sich bei den 14.000 D-Mark überhaupt um einen Fund handelt.

Wenn es also schlecht für die Flüchtlingsfamilie läuft, könnte sie am Ende leer ausgehen. Die Tafel will die Familie aber wohl in jedem Fall nach eigenem Ermessen entschädigen, heißt es.

Tehan Abdullah ist derweil mehr als bescheiden. Sie erhebt keinerlei Anspruch auf das kleine Vermögen und hält eine Entschädigung als nicht nötig.

Bereits vor einem Jahr sorgte ein ähnlicher Fall für Aufsehen: In einem Schrank, den Muhannad Musa (25) sich Mitte 2016 für kleines Geld auf einem Gebrauchtmarkt in seiner neuen Heimat Minden kaufte, fand der Flüchtling aus Syrien ein wahres Vermögen (TAG24 berichtete).

50.000 Euro in bar und drei Sparbücher im Wert von insgesamt gut 100.000 Euro waren in einem doppelten Boden versteckt. Er brachte seinen Fund ebenfalls zur Polizei. Die rechtmäßigen Besitzer konnten in diesem Fall allerdings ermittelt werden.

Am Ende übernahm die Familie die Kosten für den Führerschein des Flüchtlings, da Bargeld als Finderlohn bei ihm als Asylbewerber mit seinen Leistungen verrechnet worden wäre. So gab es doch noch ein Happy End!

In diesem Schrank war das Vermögen versteckt.
In diesem Schrank war das Vermögen versteckt.  © DPA

Titelfoto: 123RF


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