Flüchtling findet Vermögen und bekommt das als Finderlohn!

In diesem Schrank war das Vermögen versteckt.
In diesem Schrank war das Vermögen versteckt.  © DPA

Minden - Eine fast unglaubliche Geschichte: In einem Schrank, den Muhannad Musa (25) sich Mitte des Jahres für kleines Geld auf einem Gebrauchtmarkt in seiner neuen Heimat Minden kaufte, fand der Flüchtling aus Syrien ein wahres Vermögen!

50.000 Euro in bar und drei Sparbücher im Wert von insgesamt gut 100.000 Euro waren in einem doppelten Boden versteckt!

Was würdet Ihr machen, wenn Ihr so viel Geld finden würdet? Der 25-Jährige kam erst ins Grübeln. "Ehrlich gesagt habe ich als erstes an meine Brüder gedacht", gesteht er.

Schließlich sind sie in einem Alter (über 20), in dem sie bald zum Wehrdienst eingezogen werden. Sie leben immer noch in Syrien, in einem Dorf nahe der Front. Muhannad flüchtete selbst, um nicht kämpfen zu müssen.

Schnell packte ihn aber das schlechte Gewissen. "Bald war mir klar: Meine Religion sagt, dass man fremdes Geld nicht behalten darf, sondern zurückgeben muss."

An einem Einlegeboden war ein weiteres Brett angeschraubt. Im Zwischenraum versteckte sich ein Kuvert mit drei Sparbüchern und 50.000 Euro in bar.
An einem Einlegeboden war ein weiteres Brett angeschraubt. Im Zwischenraum versteckte sich ein Kuvert mit drei Sparbüchern und 50.000 Euro in bar.  © DPA

Er tat das einzig Richtige: Mit dem Geld ging er zum Ausländeramt. Die Sachbearbeiterin, die sichtlich überrascht war, ging sofort mit ihm zur Polizei nebenan. Die Beamten waren ebenfalls erstaunt.

"In 40 Dienstjahren ist mir so etwas nicht passiert", erinnert sich Hauptkommissar Ulrich Egen, der damals mit einem Kollegen die Kuverts, in denen Geld und Sparbücher verpackt waren, entgegennahm. "Wir haben es dreimal gezählt, weil wir es nicht glauben konnten."

Kleine Beträge würden Menschen immer wieder mal abliefern. "Aber so eine Summe? Unglaublich", sagt der Polizist. Das Handeln Muhannads sei vorbildlich.

Der rechtmäßige Besitzer konnte mit Hilfe des Namens in den Sparbüchern ermittelt werden. Das Versteck war wohl so gut, dass es in Vergessenheit geraten ist. Später trifft Muhannad auf die Familie.

"Die Frau hat geweint, so dankbar war sie", erinnert er sich. Da Bargeld als Finderlohn bei ihm als Asylbewerber mit seinen Leistungen verrechnet worden wäre, fand man eine andere Lösung: Die Familie übernahm die Kosten für seinen Führerschein.

Rückblickend ist der 25-Jährige mit seiner Entscheidung, das Geld zurückzugeben, mehr als zufrieden. "Ich habe nie bereut, dass ich so entschieden habe. Ich würde immer wieder so handeln."


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