Flüchtling verstümmelt 18-Jährigem Gesicht: Opfer nahezu blind

Hanau - Im Revisionsprozess um eine Gesichtsverstümmelung (TAG24 berichtete) hat das Opfer erstmals von seinem Martyrium berichtet. Als Zeuge sagte der 20-Jährige am Montag vor dem Landgericht Hanau aus, wie der mutmaßliche Täter auf ihn eingestochen und dann in seine Ohren gebissen habe.

Das Opfer ist seit der Attacke des Angeklagten (links) nahezu blind.
Das Opfer ist seit der Attacke des Angeklagten (links) nahezu blind.  © DPA

Er habe Kaugeräusche des auf ihm sitzenden Angreifers wahrgenommen und könne sich an Todesdrohungen erinnern: "Ich werde dich umbringen".

Und: "Ich werde dich fressen". Zudem habe der Täter ihm mit einem Messer nach Hieben in den Hals auch in die Augen gestochen.

Zu der brutalen Tat soll es im Oktober 2016 in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) zwischen den beiden Flüchtlingen gekommen sein. Das Opfer aus Somalia besuchte den befreundeten Flüchtling aus Eritrea in dessen Wohnung. Dort soll der Täter laut Anklage mit zwei Messern in den Hals des damals 18-Jährigen gestochen haben.

Danach soll er ihm mit Stichen und Schnitten das Gesicht entstellt haben. Augen und Ohren wurden schwer verletzt. Das Opfer ist seither nahezu blind. Der Angeklagte konnte sich an die vom Opfer geschilderten Details nicht erinnern, wie er am Montag über seinen Rechtsbeistand angab.

Der Angeklagte war Ende Juni 2017 zu neuneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und schwerer sowie gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Das Landgericht muss sich erneut mit dem Fall befassen, weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil wegen Rechtsfehlern aufhob.


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