Flüchtling kehrt Laub und bekommt saftige Rechnung dafür

Venedig (Italien) - Ein Flüchtling kehrt in Venedig die Straßen und wird dabei von der Polizei gestoppt. Obwohl er dem Gemeinwohl Gutes tut, soll er 350 Euro Strafe zahlen.

Die Polizei stellte sofort einen Bußgeldbescheid aus.
Die Polizei stellte sofort einen Bußgeldbescheid aus.  © Screenshot/Facebook Matteo DAngelo

Ein Flüchtling, der von allen nur "Monday" genannt wird, lebt seit einiger Zeit in Venedig und befreit dort regelmäßig die Straßen von herum liegendem Laub.

Viele Einheimische schätzen die Arbeit des engagierten Migranten und stecken ihm dafür sogar immer wieder ein paar Euro zu.

Städtischen Polizisten war das jetzt aber ein Dorn im Auge. Sie beobachteten den jungen Nigerianer bei seiner Arbeit und stoppten ihn kurz darauf.

Noch vor Ort erhielt er eine saftige Rechnung von den Beamten: 350 Euro beträgt die Strafe für das Laubrechen ohne Genehmigung der Stadtverwaltung.

Ein Anwalt war Zeuge der Szenerie und sprach nach dem Vorfall mit Monday, den er schon länger kennt. Auch wenn Matteo D'Angelo, so der Name des Anwalts, nicht wusste, ob er Berufung gegen das schnell verhängte Bußgeld einlegen könne, wollte er dem jungen Flüchtling auf alle Fälle helfen.

Er startete auf Facebook einen Spendenaufruf. "Es ist unverständlich, dass jemand die Stadt vom Schmutz befreit und dafür belangt wird", schrieb er in dem Posting im sozialen Netzwerk. "Wir sind dankbar für die Arbeit von Monday und die Stadt regt sich darüber auf."

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa haben die Behörden innerhalb kürzester Zeit vier Anrufe von besorgten Bürgern bekommen, die die Arbeit des Flüchtlings schätzten. Daraufhin haben sie das Bußgeld zurückgenommen. Die Polizei sagte laut der Agentur, dass die beteiligten Polizisten noch jung und unerfahren gewesen seien.

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