6000 Quadratmeter für 600 Flüchtlinge

Handwerker bereiteten den Ex-Baumarkt für die Flüchtlinge vor.
Handwerker bereiteten den Ex-Baumarkt für die Flüchtlinge vor.

Von Juliane Morgenroth

Heidenau - Erstmals werden in Sachsen Asylbewerber in einem ehemaligen Baumarkt untergebracht. In der Nacht werden die ersten 250 Flüchtlinge im ausgedienten „Praktiker“ in Heidenau erwartet. Rechtsextreme machen Stimmung gegen sie.

Der Markt im Gewerbegebiet an der Bundesstraße 172 steht bereits seit 2013 leer.

Nur Reklame erinnert daran, dass hier mal Bohrhämmer, Rasenmäher oder Fliesen verkauft wurden.

In aller Eile haben am Freitag THW und Rotes Kreuz die Notunterkunft vorbereitet, Feldbetten aufgestellt.

Die Verkaufsfläche wird zur Schlafstätte für hunderte Asylbewerber.
Die Verkaufsfläche wird zur Schlafstätte für hunderte Asylbewerber.

Bis zu 600 Flüchtlinge werden auf den zwei je 3.000 Quadratmeter großen Etagen untergebracht.

„Es ist die 20. Außenstelle der Erstaufnahme“, so Helmut Koller (55), Abteilungsleiter der Landesdirektion. Weil die bestehenden Toiletten nicht reichen, gibt es Sanitärcontainer im Freien - in der früheren Gartenabteilung.

Am Freitagabend demonstrierten erneut Gegner der Unterkunft - dahinter steht die rechtsextreme NPD.

Ein Wachdienst schützt die Unterkunft rund um die Uhr. Zudem wurde das Gelände umzäunt. Fenster bekommen Splitterschutz.

Auch im Netz wird Stimmung gemacht: So wurde angeblich für die Asylbewerber die Kinderstation im Klinikum Pirna geräumt.

„Absoluter Quatsch. Der reguläre Betrieb geht normal weiter. Wir haben uns lediglich darauf vorbereitet, Flüchtlingspatienten zu versorgen“, sagt Katrin Möller, Geschäftsführerin des Helios Klinikums, gegenüber MOPO24.

Auch am Freitagabend wurde in Heidenau gegen das Asylheim im ehemaligen Baumarkt protestiert.
Auch am Freitagabend wurde in Heidenau gegen das Asylheim im ehemaligen Baumarkt protestiert.

Fotos: Steffen Füssel, Marko Förster


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