So viele Familienmitglieder von Flüchtlingen kamen bisher nach Deutschland

Die aus Damaskus geflohene Ghalia Badr fotografiert in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) beim Bürgerfest der CDU ein Selfie mit Angela Merkel (CDU).
Die aus Damaskus geflohene Ghalia Badr fotografiert in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) beim Bürgerfest der CDU ein Selfie mit Angela Merkel (CDU).  © DPA

Berlin – Wie hoch der Familiennachzug bei den in den während der Flüchtlingskrise nach Deutschland gekommenen Asylbewerbern sein wird, darüber gibt es seitens der Bundesregierung noch keine offizielle Prognose.

Bei den Flüchtlingen aus Syrien, wird in Regierungskreisen davon ausgegangen, dass jeder durchschnittlich ein Familienmitglied nach Deutschland holen wird.

Das deckt sich mit den Vergleichszahlen der vergangenen 20 Jahre. Demnach ist von jedem anerkannten Flüchtling etwa einen Familienmitglieder in die BRD gezogen.

Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundesamt für Migration und dem Auswärtigen Amt berichtet, sind zwischen 1998 und 2017 967.000 Asylbewerber in Deutschland anerkannt worden. Im gleichen Zeitraum wurden 1,39 Millionen Visa für Familienangehörige für Menschen außerhalb der EU erteilt.

Hinzu kämen laut der Zeitung etwa 20.000 Familienangehörige deutscher Staatsbürger, die in diesem Zeitraum einreisten. Das können beispielsweise Ehepartner aus Nicht-EU-Staaten sein.

Nach wie vor kommen Tausende Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa.
Nach wie vor kommen Tausende Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa.  © DPA

Ob es sich bei diesen 1,39 Millionen nachgezogenen Menschen ausschließlich um Angehörige von Flüchtlinge handelt, wird von dem Amt nicht erfasst. Derartige Visa für Familiennachzug können auch für Menschen ausgestellt werden, deren Verwandte beispielsweise in der BRD arbeiten. Wobei deren Zahl deutlich geringer ist, als die der Asylbewerber.

Wer Angehörige aus einem Nicht-EU-Staat nach Deutschland holen möchte, kann dies nur mit engen Familienmitgliedern, also dem Ehepartner und den Kindern tun.

Nachgezogenen Familienmitglieder von Schutzsuchenden stellen selber keinen Asylantrag und tauchen daher auch nicht in der offiziellen Flüchtlingsstatistik auf. Dementsprechend enthält die Zahl der insgesamt 1,18 Millionen Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, keinen Familiennachzug.

Für Asylbewerber, die nicht wegen religiöser oder politischer Verfolgung, sondern wegen Kriegshandlungen aus ihren Heimatländern geflohen sind, ist der Familiennachzug bis März 2018 ausgesetzt.

Ob diese Regelung verlängert wird, hängt auch davon ab, welche Position Angela Merkel nach der Bundestagswahl in dieser Frage bezieht. Viele ihrer Parteigenossen sind für die Beibehaltung. Außerdem fordern führende CDU-Politiker eine generelle Obergrenze für Flüchtlinge, die auch den Familiennachzug beinhalten solle.


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