Müssen Flüchtlinge jetzt ins Gefängnis?

Die ehemalige JVA in Dessau-Roßlau.
Die ehemalige JVA in Dessau-Roßlau.

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Regierung überlegt, Flüchtlinge künftig auch in ehemaligen Gefängnissen unterzubringen.

Es gebe kein Gebäude, das derzeit nicht geprüft werde, sagte Finanzminister Jens Bullerjahn am Samstag am Rande des Programmparteitages der SPD in Leuna. "Ich mache bei der Prüfung keinen Unterschied zwischen einer Justizvollzugsanstalt und einem Baumarkt."

Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet, dass die kürzlich geschlossene Justizvollzugsanstalt (JVA) in Dessau-Roßlau als Asylunterkunft näher untersucht werde. Dort könnten sofort Flüchtlinge einziehen. Das Gebäude werde wegen des noch existierenden offenen Vollzugs beheizt und mit Wasser versorgt.

Das Kabinett will am Dienstag über eine ganze Liste von möglichen Objekten beraten und entscheiden. Hintergrund der Prüfungen ist die erneut nach oben korrigierte Prognose zur Zahl ankommender Flüchtlinge.

Inzwischen rechnet die schwarz-rote Landesregierung mit mindestens 40.000 von ihnen in diesem Jahr. Zuvor war sie von 10.000 weniger ausgegangen.

Im gesamten Vorjahr waren 6618 Asylbewerber nach Sachsen-Anhalt gekommen.

Fotos: dpa


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