Das Geschäft mit den Flüchtlingen: Bundespolizei gehen Schleuser ins Netz

Rosenheim/Lindau - Vergangenes Wochenende stoppte die Bundespolizei gleich zwei Schleusungsfahrten in Bayern. Die Ermittler vermuten eine internationale Schleuserorganisation hinter einer Fahrt - die damit wohl viel Geld verdient.

Die Bundespolizei Rosenheim stoppte einen Schleuser.
Die Bundespolizei Rosenheim stoppte einen Schleuser.  © Bundespolizei Rosenheim

Am Sonntag stoppten Bundespolizisten auf der A93 auf Höhe Kiefersfelden, kurz hinter der österreichischen Grenze, ein mit sieben Syrern besetztes Auto. Lediglich der Fahrer konnte einen niederländischen Flüchtlingspass sowie eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen.

Die sechs Mitfahrer im Alter von 18 bis 33 Jahren verfügten über keine Papiere.

Wie erste Ermittlungen der Rosenheimer Bundespolizei ergaben, sollen die Flüchtlinge über Griechenland nach Italien gelangt sein. "In Mailand konnten sie dann mit dem Fahrer, der sie nach München beziehungsweise Stuttgart bringen sollte, Verbindung aufnehmen", so die Bundespolizei.

Satte 3600 Euro sollen die sechs Migranten allein dafür an eine Schleuserorganisation in Griechenland gezahlt haben.

Der 35-jährige mutmaßliche Schleuser sitzt auf Anordnung des Rosenheimer Amtsgerichts in Untersuchungshaft.

Die sechs Mitfahrer wurden wegen versuchter illegaler Einreise angezeigt. Zwei von ihnen wurden in einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge untergebracht. Die anderen vier werden laut Bundespolizei voraussichtlich wieder nach Griechenland zurückgeführt, da sie dort bereits registriert sind.

Migranten zahlen viel Geld für Schleusungen nach Deutschland

Lindauer Bundespolizisten stoppen einen mutmaßlichen syrischen Schleuser auf der A96.
Lindauer Bundespolizisten stoppen einen mutmaßlichen syrischen Schleuser auf der A96.  © Bundespolizei München

Bereits am Samstag gelang Bundespolizisten ein weiterer Schlag gegen einen mutmaßlichen Schleuser.

Ein 47-jähriger Syrer soll versucht haben vier Männer unerlaubt nach Deutschland zu bringen.

Auf der A96 bei Lindau am Grenzübergang Hörbranz kontrollierten die Beamten einen Kleinwagen.

Auch hier konnte lediglich der Fahrer einen gültigen Flüchtlingsausweis vorlegen. Die Mitfahrer, ein 18-jähriger Syrer, ein 22-jähriger Kuwaiter sowie zwei Iraker, 25 und 39 Jahre alt, führten keine Papiere mit sich.

Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, gab der Autofahrer nach einigem Hin und Her zu, dass ihm für die Fahrt von Italien nach Deutschland pro Person mehrere Hundert Euro versprochen worden waren.

"Eigenen Angaben zufolge wollte der Arbeitssuchende mit acht Kindern und zwei Frauen mit diesem Geld seine Schulden begleichen", so die Bundespolizei. Er wird sich nun wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen.

Der Syrer sowie der 25-jährige Iraker wurden nach Österreich zurückgewiesen. Der 39-jährige Iraker soll sich bereits in Slowenien in einem laufenden Asylverfahren befinden. Er muss zur zuständigen Ausländerbehörde. Da der Kuwaiter ein Schutzersuchen äußerte, wurde er von den Beamten zur zuständigen Aufnahmeeinrichtung gebracht.

Alle Personen wurden wegen des Versuchs der unerlaubten Einreise angezeigt.

Titelfoto: Bundespolizei Rosenheim

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