Flüchtlinge sollen in NRW leichter zu Berufsabschluss kommen

Düsseldorf - Fast 28.500 Flüchtlinge haben in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr eine Arbeit aufgenommen. Meist handelt es sich allerdings um Helfer-Jobs in der Gastronomie, im Baugewerbe, in der Logistik, im Einzelhandel oder Gartenbau.

Für Flüchtlinge soll es einfacher werden, in ihren Jobs nachqualifiziert zu werden.
Für Flüchtlinge soll es einfacher werden, in ihren Jobs nachqualifiziert zu werden.  © DPA

Das geht aus einer Stellungnahme der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit für eine Anhörung im Arbeits- und Sozialausschuss des Landtags hervor.

Im Landtag geht es am Mittwoch um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Für eine dauerhafte Einbindung müssten diese Menschen zeitnah nachqualifiziert werden, hieß es weiter in der Stellungnahme.

Mit speziellen, berufsbegleitenden Ausbildungs-Modulen sollen so im Rahmen der Anerkennung im Ausland erworbener Berufs-Qualifikationen Wissens- oder Fertigkeitslücken ausgeglichen werden.

Rund 126.500 geflüchtete Menschen waren in NRW laut Regionaldirektion im Dezember 2018 als arbeitssuchend gemeldet.

In den vergangenen zwölf Monaten sei ihre die Zahl damit um knapp 7000 oder 5,2 Prozent gesunken. Gründe dafür seien eine steigende Integration in den Arbeitsmarkt, aber auch die geringere Zahl der Asyl-Neuanträge.

Berufsabschluss wird in Deutschland meistens nicht anerkannt

Die Bertelsmann Stiftung verwies darauf, dass für fast neun von zehn Geflüchteten das bestehende System zur Anerkennung ihres Berufsabschlusses nicht geeignet sei.

Denn in den meisten Ländern würden Kompetenzen, die man in Deutschland in der Berufsbildung bekomme, nur informell, also bei der Arbeit erworben.

"So lange man in Deutschland jedoch keinen formalen Abschluss besitzt, gilt man als formal gering qualifiziert - egal wie kompetent man sein mag."

Von gut 9000 Bewerbern mit Fluchthintergrund in NRW haben laut Regionaldirektion im Ausbildungsjahr 2017/18 fast 3300 (36 Prozent) eine Lehrstelle gefunden. Im Vorjahreszeitraum seien es nur 32,5 Prozent gewesen.

Titelfoto: DPA

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