230 Flüchtlinge in Döbeln spurlos verschwunden

Von 321 Flüchtlingen sind nur noch 90 da. (Symbolbild)
Von 321 Flüchtlingen sind nur noch 90 da. (Symbolbild)

Von Bernd Rippert

Döbeln – Heute hier, morgen dort: Aus der Erstaufnahme in der Eichbergstraße verschwanden innerhalb weniger Tage mehr als 230 Flüchtlinge. Spurlos. Nach ihnen wird offenbar nicht gesucht.

Erst am Sonntag hatte die Landesdirektion 321 Flüchtlinge in dem Heim einquartiert. Doch jetzt sind nur noch 90 da. Das bestätigte der DRK-Landessprecher Kai Kranich (33) auf Nachfrage von MOPO24.

Der DRK-Sprecher erklärte, dass immer wieder Flüchtlinge ihre Erstaufnahme verließen, um bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen.

Aber die große Zahl von verschwundenen Asylbewerbern sei ungewöhnlich.

Eine Suche nach den verschwundenen Asylbewerbern wurde nicht eingeleitet.
Eine Suche nach den verschwundenen Asylbewerbern wurde nicht eingeleitet.

Im Prinzip sei das kein Problem: „Eine Erstaufnahmeeinrichtung ist kein Gefängnis“, sagt Kai Kranich. Ein Polizeisprecher in Chemnitz bestätigte, dass von der Landesdirektion keine Suche nach den Asylbewerbern beantragt wurde.

Das Verschwinden der 230 Heimbewohner schafft dennoch ein Problem. Die geflüchteten Flüchtlinge sind noch nicht beim Bundesamt für Migration (BAMF) registriert und medizinisch untersucht.

Nur das Rote Kreuz besitze die persönlichen Daten.

Kai Kranich sieht die leeren Betten in Döbeln pragmatisch: „Nach drei bis fünf Tagen gelten die Flüchtlinge als abgängig und die Plätze werden neu belegt.“

Fotos: dpa


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