An dieser Uni werden Flüchtlinge jetzt zu Hilfslehrern ausgebildet

In Bielefeld können sich Flüchtlinge jetzt zu Hilfslehrern ausbilden lassen.
In Bielefeld können sich Flüchtlinge jetzt zu Hilfslehrern ausbilden lassen.  © DPA

Bielefeld - Die Universität Bielefeld bildet von September an erstmals Flüchtlinge zu Hilfslehrern aus.

Für die 26 Plätze habe es 270 Bewerbungen gegeben, sagte eine Sprecherin der Universität Bielefeld. Die ausgewählten Teilnehmer stammen aus Syrien, Guinea, Afghanistan, Armenien, Irak, Iran und Pakistan.

Am Ende der ein Jahr dauernden Ausbildung sollen sie etwa als Vertretungslehrer an Schulen in Nordrhein-Westfalen arbeiten können. Alle Beteiligten müssen bereits in ihrer Heimat als Lehrer im Einsatz gewesen sein.

Sie machen zunächst einen Sprachkurs, setzen sich aber auch mit dem Schulsystem auseinander und hospitieren immer wieder in Schulen.

Eine Studie hat ergeben, dass Hilfslehrer mit eigener Fluchtgeschichte beim Schulunterricht für Flüchtlingskinder die Bildungsintegration in Deutschland erheblich verbessern würden.

Laut einer Studie könnten Hilfslehrer, die selbst Flüchtlinge sind, die Bildungsintegration verbessern.
Laut einer Studie könnten Hilfslehrer, die selbst Flüchtlinge sind, die Bildungsintegration verbessern.  © DPA

Länder und Kommunen könnten ein entsprechendes Programm für pädagogische "Assistenzkräfte" in dreistelliger Millionenhöhe "nicht allein stemmen", betont die Bertelsmann-Stiftung. "Der Bund muss hier tätig werden, nicht nur mit einem einmaligen Programm, sondern mit einer durchgehenden Finanzierung."

Wie die Gütersloher Stiftung unter Berufung auf eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Prognos schreibt, wäre ein Verhältnis 1 zu 80 zwischen Assistenzkräften und geflüchteten Schülern sinnvoll.

Damit ergäbe sich ein aktueller Stellenbedarf von bundesweit knapp 3500 Vollzeitstellen: 1378 in der Primarstufe, 1255 in der Sekundarstufe I und 835 in der Sekundarstufe II.

Der Studie zufolge würden die einmaligen Kosten der Qualifizierung solcher Hilfslehrer bundesweit etwa 31 Millionen Euro betragen.

Die jährlichen Investitionen lägen zwischen 145 Millionen Euro bei freien Trägern und 165 Millionen Euro bei kommunalen Trägern im öffentlichen Dienst.

Titelfoto: DPA


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