Flüchtlinge, Terror, Klima, Pflege: Deutsche haben so wenig Angst wie zuletzt vor 25 Jahren

Berlin - Die Deutschen sind 2019 deutlich optimistischer als im vergangenen Jahr. So gelassen wie heute waren sie zuletzt vor 25 Jahren. Die größte Angst bleibt der R+V-Studie nach die Überforderung des Staates durch die Flüchtlinge.

Brigitte Römstedt schätzt die Menschen so entspannt und weniger ängstlich wie schon lange nicht mehr ein.
Brigitte Römstedt schätzt die Menschen so entspannt und weniger ängstlich wie schon lange nicht mehr ein.  © Montage: dpa/Bernd Settnik/R+V Infocenter PR

Seit 1992 führt die R+V-Versicherung jährlich die große Studie "Die Ängste der Deutschen" durch. Dabei kommt zum Teil Erstaunliches heraus.

So lässt sich anhand der Studie zum Beispiel gut erkennen, dass die Ostdeutschen mehr Angst haben, als Westdeutsche. Vor allem Innen- und Außenpolitik macht den Menschen im Osten des Landes zu schaffen, aber auch wirtschaftliche Themen beschäftigen die Bevölkerung im Osten. So gibt es die größte Ost/West-Kluft bei dem Thema "Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten".

Brigitte Römstedt ist Leiterin des R+V-Infocenters und hat diese Studie dieses Jahr erneut in Auftrag gegeben. Sie freut sich vor allem darüber, dass die Deutschen insgesamt weniger ängstlich in die Zukunft blicken:

"Die Stimmungslage in Deutschland hat sich verbessert. Durch einen Rückgang bei fast allen Sorgen sinkt der Durchschnitt aller abgefragten Ängste von 47 auf 39 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit 1994", resümiert sie.

"Seit vier Jahren verdrängen politische Sorgen alle anderen Ängste. Im Fokus stehen dabei die Überforderung der Politiker (56 Prozent) und drohende soziale Spannungen (55 Prozent)", so Römstedt. Donald Trumps Politik folgt direkt als drittgrößte Angst (ebenfalls 55 Prozent).

Kaum Angst vor Krieg

Die Top 10 Ängste der Deutschen.
Die Top 10 Ängste der Deutschen.  © R+V Infocenter

Positiv: Die Deutschen haben fast keine Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft. Gerade einmal 18 Prozent fürchten sich davor.

Fast jeder Vierte fürchtet sich vor Straftaten (23 Prozent) und Kriegen mit deutscher Beteiligung (24 Prozent). "Die Angst davor ist 2019 sogar so gering wie noch nie", weiß Brigitte Römstedt.

Mit 24 Prozent ist die Angst davor, dass man selbst arbeitslos und die eigenen Kinder drogenabhängig werden auf demselben Niveau.

Abgefragt wurden ebenfalls die Ängste vor dem Klimawandel, Schadstoffen in Lebensmitteln, schweren Erkrankungen, Terrorismus und vielen Eventualitäten mehr.

Bei der Studie sind zwischen Mai und Juli 2446 Menschen befragt wurden (1645 im Westen und 801 im Osten Deutschlands). Für die persönlichen Interviews waren 390 Fragensteller im Einsatz.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Angst vor Terrorismus am meisten abgenommen.
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Angst vor Terrorismus am meisten abgenommen.  © R+V Infocenter
So entwickelte sich die Angst der Deutschen im gesamten Studienverlauf.
So entwickelte sich die Angst der Deutschen im gesamten Studienverlauf.  © R+V Infocenter
Unterschiede zwischen dem Osten (gelb) und Westen (blau) Deutschlands sind oft klar erkennbar.
Unterschiede zwischen dem Osten (gelb) und Westen (blau) Deutschlands sind oft klar erkennbar.  © R+V Infocenter

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