Flüchtlinge über Grenze chauffiert: Taxifahrer verurteilt

Symbolbild.
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Regensburg - Weil ein Taxifahrer Flüchtlinge aus Österreich über die Grenze nach Deutschland chauffierte, wurden er in Bayern von der Polizei in Untersuchungshaft genommen. Jetzt fällte der Richter am Amtsgericht Regensburg das Urteil gegen den 54-Jährigen.

Der umstrittene Fall der "illegalen Transferfahrt" ereignete sich am 21. September vergangenen Jahres: Ein Taxifahrer aus Wien stand mit seinem Taxi am Hauptbahnhof, als ein Syrer und zwei Iraker an die Autoscheibe seines Mercedes klopften. Die Männer wollten nach Düsseldorf, boten dem Fahrer 850 Euro, wie die "Mittelbayerische Zeitung" berichtet.

Der Taxifahrer ahnte angeblich nichts Böses, fragte so auch nicht nach gültigen Einreisepapieren und fuhr los.

Doch für den Familienvater endete der Auftrag am Autobahnrastplatz Bayerwald bei Straubing (Bayern). Die Bundespolizei kontrollierte sein Auto, fand die Fahrgäste sitzend auf der Rückbank vor. Die Männer ohne gültige Papiere wurden mitgenommen und auf verschiedene Aufnahmeeinrichtungen verteilt.

Der 53-jährige Taxifahrer wurde in Gewahrsam genommen und kam in der JVA Regensburg in Untersuchungshaft. Am Montag wurde er schließlich wegen Einschleusens von Ausländern vor das Amtsgericht in Regensburg gestellt.

Der junge Staatsanwalt forderte für den geständigen und bisher völlig unbescholtenen Angeklagten ein Jahr Haft mit Bewährung. Der Rechtsanwalt argumentierte, dass das vom Anklagevertreter angeprangerte „Gewinnstreben“ bei einem Taxifahrer so üblich sei. Das letzte Wort hatte der Richter.

Die Strafe für den Wiener: Sechs Monate Haft auf Bewährung. Zudem muss der Familienvater 577 Euro an die Staatskasse zahlen.

Fotos: dpa


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