Politiker erwarten bis zu eine Million Flüchtlinge

Einige Politiker rechnen mit mehr Flüchtlingen als bisher prognostiziert.
Einige Politiker rechnen mit mehr Flüchtlingen als bisher prognostiziert.

Potsdam - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rechnet mit deutlich mehr Flüchtlingen als bisher von der Bundesregierung prognostiziert.

"Ich schließe nichts aus, auch nicht die Million", sagte Woidke dem "Tagesspiegel". Ähnlich äußerte sich sein hessischer Kollege, Volker Bouffier (CDU), in einem Fernsehinterview des Hessischen Rundfunks (hr).

Die Bundesregierung hatte ihre Jahresprognose zuletzt auf 800.000 Menschen erhöht. Brandenburgs Landesregierung stelle sich vorsorglich auf mehr Flüchtlinge ein, sagte Woidke. "Ich befürchte, das wir nun doch auf winterfeste Zelte zurückgreifen müssen."

Er sprach sich zudem für EU-Asylzentren in Nordafrika aus. Es wäre ein vernünftiger Weg, dort über Asyl in Europa und Deutschland zu entscheiden, ohne dass sich jemand auf eine so lebensgefährliche Reise begeben müsse, sagte der SPD-Politiker.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht in einem Camp mit Flüchtlingen.
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht in einem Camp mit Flüchtlingen.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat Union und SPD vorgeworfen, die hohe Zahl der Flüchtlinge zu instrumentalisieren.

"Diese Angstmache mit den hohen Zahlen halte ich für extrem problematisch", sagte Hofreiter am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Bundespressekonferenz in Berlin.

Angesichts des Fachkräftemangels dürfe die Zahl der Flüchtlinge nicht immer nur angstbesetzt diskutiert werden.

"Man könnte das Ganze als Chance sehen, dass nämlich viele Menschen, insbesondere auch gut ausgebildete Menschen, ihre Zukunft in Deutschland sehen und Deutschland als Land der Hoffnung betrachten", sagte Hofreiter.

Foto: dpa, imago


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