So sind die Zustände in diesen drei Flüchtlingsheimen

Dresden/Freital - In den letzten Monaten entstanden Flüchtlingsheime in der Feuerwache auf der Katharinenstraße, in Freital und auf der Thäterstraße. So sieht es dort mittlerweile aus.

Flüchtlinge wohnen jetzt in der Feuerwache

Die Alte Feuerwache Katharinenstraße. Hier kommen bis zu 70 Asylsuchende unter.
Die Alte Feuerwache Katharinenstraße. Hier kommen bis zu 70 Asylsuchende unter.

Von Torsten Hilscher

Es ist wieder Leben in der Alten Feuerwache Katharinenstraße. Seit Montag wohnen dort drei Dutzend männliche Asylbewerber, unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Mazedonien, Tunesien, Albanien und dem Irak.

Insgesamt 70 Menschen fasst die Einrichtung. Pro Person stehen sechs Quadratmeter zur Verfügung. Betrieben wird das unter Zeitdruck eingerichtete Haus vorerst von der Diakonie, sagte Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (39, Linke).

Den Menschen würden Sprachunterricht, Sportmöglichkeiten, aber auch Handarbeits- und Musikkurse angeboten.
Ein „Raum der Begegnung“ ist laut Diakonie eingerichtet.

Dresdner können den Komplex am Samstagnachmittag besuchen. Selbstgemachte Speisen sind willkommen, hieß es. Parallel wollen sich soziale Vereine um das K9 genannte Projekt kümmern.

Endlich Frieden am Freitaler „Leonardo“

Am Kickertisch spielen Herkunft und Sprache der Flüchtlingskinder keine Rolle.
Am Kickertisch spielen Herkunft und Sprache der Flüchtlingskinder keine Rolle.

Von Hermann Tydecks

Noch im Juni sah man verängstigte Flüchtlingskinder in der Freitaler Asylunterkunft, während Fremdenfeinde direkt vor dem umfunktionierten Hotel Leonardo „Ausländer raus“ brüllten.

Jetzt gibt es kaum noch Proteste und sogar ein neues Spielzimmer: Die Kinder können endlich (wieder) lachen. Severin (6) aus Syrien hockt neben dem Mini-Kickertisch: Nora (11) aus dem Kosovo spielt gegen Limandar (9) aus Syrien.

Egal wer die Tore schießt, wer welche Sprache spricht: Die Kids jubeln, toben, lachen - gemeinsam! Lego, Trampolin, Uno-Karten: „Der neue Spielbereich gibt etwa 40 Kindern ein bisschen Ruhe und Normalität zurück“, freut sich Heimleiter René Bernhardt.

Den früheren Tagungsraum (140 Quadratmeter) im Hotel stellt der Betreiber „pro shelter“. Ehrenamtliche Helfer und Flüchtlinge unter der Führung des Netzwerks „Dresden für alle“ richteten den Raum ein, wurden auch beim Spendensammeln unterstützt vom Ausländerrat Dresden.

Überraschende Wende um Übigauer Turnhallen-Asyl

Die umstrittene, aber geplante Asylunterkunft in Übigau.
Die umstrittene, aber geplante Asylunterkunft in Übigau.

Von Dominik Brüggemann

Überraschende Wendung bei der geplanten Asylunterkunft an der Thäterstraße in Übigau: Während die Initiative „Wir sind Übigau“ seit zwei Wochen aus Protest die Einfahrt blockierte, sehen jetzt auch zwei asylfreundliche Initiativen die Unterkunft mit Skepsis.

Am Wochenende trafen sich die drei Bündnisse erstmals zum Gespräch und fordern jetzt gemeinsam eine alternative Unterkunft. Tino Jasef (43) von den „Wir sind Übigau“-Blockierern: „Das Gebäude ist marode, das Dach kaputt.

Jetzt haben wir uns nach anfänglichen Vorbehalten einfach zusammengesetzt und sachlich diskutiert.“ Mit einvernehmlichem Ergebnis: Die erste gemeinsame Aussage aller drei Bündnisse lautet „Wir heißen Flüchtlinge in Übigau willkommen.“

Einigkeit auch bei der Ablehnung der kaputten Halle als Unterkunft. Anja Osiander, Sprecherin der Initiative „Pieschen für alle“, forderte nach dem Dialoggespräch ein Handeln der Stadt.

Fotos: Steffen Füssel, Eric Münch, Ove Landgraf


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