Neue Prognose! So viele Flüchtlinge kommen nach Sachsen

Mit den neuen Zahlen hat der Bund seine bisherige Prognose fast verdoppelt.
Mit den neuen Zahlen hat der Bund seine bisherige Prognose fast verdoppelt.

Von Juliane Morgenroth

Berlin/dresden - Jetzt ist es offiziell: Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr bundesweit mit bis zu 800.000 Asylbewerbern - fast doppelt so viel, wie bisher angenommen.

Das ist absoluter Rekord - und bringt Sachsen in die Bredouille. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (56, CDU) hat daher für Donnerstag eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen.

Mit den neuen Zahlen hat der Bund seine bisherige Prognose fast verdoppelt. Experten hatten damit gerechnet. Zuletzt ging die Regierung von 450.000 Asylbewerbern aus.

So viele, wie sie nun erwartet werden, kamen noch nie zuvor in einem Jahr ins Land. Den bisherigen Höchststand gab es 1992 mit 440.000 Asylanträgen.

Die neuen Zahlen bedeuten für Sachsen: Es kommen in diesem Jahr bis zu 40.800 Asylbewerber in den Freistaat - der muss laut Königsteiner Schlüssel 5,1 Prozent aufnehmen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (61, CDU)
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (61, CDU)

Bisher wurde mit 23.000 Flüchtlingen gerechnet! Bis Ende Juli waren es bereits 14.575 Menschen. Doch schon jetzt fehlen verfügbare Unterkünfte - die dauerhaften neuen Erstaufnahmeeinrichtungen werden erst 2016/17 fertig.

Notunterkünfte, zum Teil in Zelten, sind derzeit an der Tagesordnung. Wie Sachsen nun reagiert, berät das Kabinett heute in einer Sondersitzung. Ein neues Asylkonzept für Sachsen ist in Arbeit. Inklusive neuer Standorte für die Erstaufnahme. Damit wollte sich das Kabinett kommenden Dienstag befassen.

„Maßgeblich für die neue Prognose ist die Entwicklung der vergangenen Wochen“, begründet Bundesinnenminister Thomas de Maizière (61, CDU) die neue Prognose. Zudem kämen im zweiten Halbjahr erfahrungsgemäß mehr Menschen nach Deutschland.

Nach seiner Schätzung werden 100.000 bis 150.000 zusätzliche Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen benötigt. Seine Schlussfolgerung: „Wir müssen anders, schneller und pragmatischer handeln.“

Fotos: dpa, imago


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