Umweltschützer wollen Ausbau des Flughafens mit Klage stoppen

Hamburg - Der Hamburger Flughafen bleibt ein Zankapfel in der Stadt. Während der Flughafenchef auf die gestiegene Effizienz des Airports hinweist, klagen Umweltschützer gegen Ausbaupläne.

Am Flughafen Hamburg in Fuhlsbüttel sind im Jahr 2018 weniger Passagiere geflogen als im Vorjahr.
Am Flughafen Hamburg in Fuhlsbüttel sind im Jahr 2018 weniger Passagiere geflogen als im Vorjahr.  © dpa/Daniel Bockwoldt
Der Hamburger Flughafen Helmut Schmidt hat im vergangenen Jahr 2,2 Prozent weniger Passagiere verzeichnet als im Jahr zuvor.

Insgesamt nutzten 17,23 Millionen Fluggäste den Airport, wie das Unternehmen am Montag in Hamburg mitteilte.

"Nach dem unerwartet starken Wachstum im Jahr 2017 haben sich 2018 die Passagierzahlen auf hohem Niveau konsolidiert", sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler.

Im laufenden Jahr sei wieder ein Wachstum zu erwarten; der Flughafen rechne mit einem Plus von 2,5 Prozent.

"Ich hoffe, dass wir sogar noch ein wenig mehr zulegen können und erstmals den Meilenstein von 18 Millionen Fluggästen in einem Jahr erreichen."

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Verkehrszahlen reichte die Umweltschutzorganisation BUND beim Oberverwaltungsgericht Hamburg eine Klage gegen Ausbaupläne des Flughafens ein.

Der Airport erweitere seine Kapazitäten ohne Beteiligung der Öffentlichkeit um acht bis zehn Millionen Passagiere, heißt es in einer Mitteilung des BUND. Ein Planfeststellungsverfahren sei zwingend erforderlich.

Der Flughafen beruft sich auf ältere Planungen, die planungsrechtlich noch gültig seien, sowie aktuelle Baugenehmigungen.

Flughafen Anwohner wie hier in Niendorf müssen mit Lärm durch die Stars und Landungen leben.
Flughafen Anwohner wie hier in Niendorf müssen mit Lärm durch die Stars und Landungen leben.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der Hamburger Flughafen wird in den kommenden Jahren 300 bis 400 Millionen Euro investieren, um die Anlagen für die Passagiere und die Technik hinter den Dienstleistungen zu erweitern oder zu erneuern.

Zu den Projekten gehören neue Passagiergates an der Rückseite der Pier Süd, neue Anlagen für den Umschlag des Passagiergepäcks und effektivere Abfertigungssysteme bei der Sicherheitskontrolle.

Nach Einschätzung von Experten dürften jedoch die vom BUND erwarteten Passagierzahlen erst in den dreißiger Jahren erreicht werden.

Die Zahl der Flugbewegungen reduzierte sich um 2,1 Prozent auf rund 156.400 Starts und Landungen und lag damit niedriger als im Jahr 2000, als erst zehn Millionen Passagiere den Flughafen nutzten.

In jeder Maschine flogen durchschnittlich 123 Passagiere; die Auslastung erhöhte sich um 0,4 Punkte auf 78,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Davon profitierten auch die Anwohner des Flughafens: Die sogenannte Lärmkontur des Flughafens verkleinerte sich um 4,8 Prozent.

Die Lärmkontur zeigt eine nach bestimmten Kriterien ermittelte Ausbreitung der Geräuschemissionen. Sie habe sich in den vergangenen zehn Jahren rund um Hamburg kaum verändert.

In den vergangenen 20 Jahren habe sich der Fluglärm um rund 32 Prozent reduziert. Grund seien vor allem leisere Flugzeuge.

Die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz bezweifelten diese Angaben. Die Jahre 2016 bis 2018 seien die drei lautesten Jahre des Jahrtausends gewesen, heißt es in einer Mitteilung.

Im Jahr 2018 sei es zu 1191 nächtlich verspäteten Starts und Landungen gekommen. Das seien nochmals 131 Flüge oder zwölf Prozent mehr als im Jahr 2017.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0