Pannen-Flughafen: Nach sieben Jahren Verspätung soll nun vielleicht ein wenig gespart werden

Berlin - Erinnert Ihr Euch noch daran, was Ihr am 30. Oktober 2011 gemacht habt? Eines sicherlich nicht: Auf der Eröffnungsfeier des BER einen Sekt getrunken! An diesem Tag sollte der Flughafen ursprünglich öffnen.

Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup (62, SPD) nach einer Sitzung des BER-Aufsichtsrates.
Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup (62, SPD) nach einer Sitzung des BER-Aufsichtsrates.  © Paul Zinken/dpa

Inzwischen sind mehr als sieben Jahre vergangen, der Bau ist aktuell drei Milliarden Euro teurer als geplant und Fliegerei gibt es immer noch keine am BER.

Dafür aber einen Vorschlag, welche Kosten man ein wenig senken könnte. Und zwar bei einem weiteren Neubau am Flughafen: Dem "Regierungsterminal".

Der soll, so wünscht es sich der Bund, eine "Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland" werden und nochmal (mindestens) 344 Millionen Euro kosten.

Genutzt werden soll er, wenn der Flughafen denn irgendwann geöffnet hat, von Staatsgästen und der Regierung mit ihrer Flugbereitschaft. Die befindet sich derzeit nämlich noch in Bonn, verursacht horrende Kosten und wartet auf die Eröffnung des Pannen-Flughafens (TAG24 berichtete).

Hätte der Flughafen bereits geöffnet, würde derzeit ein bestehendes Abfertigungsgebäude für diese Aufgaben genutzt. Das war allerdings nur als Übergangslösung für 5 Jahre gedacht, kostete ja auch "nur" 70 Millionen Euro. Immerhin soll es seit Herbst 2018 wirklich fertig sein.

Dieser Bau scheint der Bundesregierung allerdings nicht schick genug zu sein!

Kostenersparnis und "weniger Termindruck"

Vor über zehn Jahren, als der Bau des Flughafens begann, war noch Wolfgang Tiefensee als Verkehrsminister verantwortlich.
Vor über zehn Jahren, als der Bau des Flughafens begann, war noch Wolfgang Tiefensee als Verkehrsminister verantwortlich.  © Klaus-Dietmar Gabbert dpa

Laut der Deutschen Presse-Agentur sieht der Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup (62, SPD) mehrere Vorteile im Verzicht auf das extra Terminal.

Zum einen könnte die Flugbereitschaft mit den Regierungsfliegern auch ohne Neubau nach Berlin ziehen. Das hatte die Regierung bisher stets dementiert (TAG24 berichtete).

Es bedeute aber auch weniger komplexe Bauvorhaben, eine Kostenersparnis von 75 Millionen Euro und: weniger Termindruck.

Kosten in Höhe der eingesparten 75 Millionen Euro entsprechen laut "www.flughafen-berlin-kosten.de" derzeit etwa 65 Tagen BER-Bau. Fallen in Relation zu den Gesamtkosten also kaum ins Gewicht.

Ob der Vorschlag aber überhaupt angenommen wird, scheint fraglich. Das Bundesfinanzministerium wollte sich dazu nicht äußern. Die Gespräche seien vertraulich, so die Begründung.

Übrigens: Wenn Ihr zum Lesen dieses Textes zwei Minuten gebraucht habt, sind in der gleichen Zeit etwa 1.600 Euro an Kosten für den neuen Flughafen BER entstanden. Jeden Monat kommen so deutlich über 35 Millionen Euro hinzu.

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