Propellerflieger Dornier 328: US-Unternehmen will Neuauflage am Flughafen Leipzig/Halle bauen

Schkeuditz - Am Flughafen Halle/Leipzig wird nicht nur das Frachtgeschäft ausgebaut. Auch ein Flugzeugbauer will sich ansiedeln - und die Tradition einer Passagiermaschine wieder aufleben lassen.

Eine Dornier 328 auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Ein Nachfolger des Modells soll künftig in Schkeuditz gebaut werden.
Eine Dornier 328 auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Ein Nachfolger des Modells soll künftig in Schkeuditz gebaut werden.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Passagierflugzeug für Kurzstrecken - gebaut am Flughafen Leipzig/Halle. Erstmals seit etwa 60 Jahren könnte wieder ein Flugzeug in Sachsen gebaut werden, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch am Rande der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig.

Bis zu 250 Arbeitsplätze sollen durch die Produktion des Flugzeugs mit dem Namen D328NEU, eine Weiterentwicklung der Dornier 328, entstehen, sagte Nico Neumann, Produktionschef der Firma 328 Support Services.

Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Unternehmens Sierra Nevada Corporation (SNC). Die D328NEU soll Platz für bis zu 39 Passagiere bieten.

Die Propeller sollen leiser rotieren als beim Vorgängermodell, auch der CO2-Ausstoß soll geringer sein. Das Flugzeug soll Ziele in einer Entfernung von bis zu 350 Seemeilen (etwa 650 Kilometer) anfliegen können. Neben Passagier- und Frachttransporten könnte es im Rahmen von Rettungs- und Suchdiensten eingesetzt werden.

Perspektivisch könne das Kleinflugzeug auch elektrifiziert werden, kündigte Thomas Jarzombek (CDU), Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, an. "Es ist ein großer Erfolg, dass das Flugzeug komplett in Deutschland gebaut wird", sagte er.

2015 hatte SNC erklärt, eine neue Dornier 328 in der Türkei bauen zu wollen. Nun entschied sich der Flugzeughersteller allerdings für Sachsen. Es sei eine "unternehmerische Entscheidung" gewesen, so Jarzombek. Entwickelt werden soll der neue Flugzeugtyp in Oberpfaffenhofen bei München, dem Sitz der 328 Support Services. Dort sollen 120 neue Stellen entstehen.

Etwa 80 Millionen Euro will die SNC-Tochter DRA GmbH in den Bau einer Endmontagelinie für die D328NEU am Flughafen Leipzig/Halle investieren. Der Freistaat fördert das Vorhaben mit bis zu 6,5 Millionen Euro, wie Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte. Der Projektstart ist für kommendes Jahr geplant, Ende 2023 soll der erste Flieger in den Dienst gehen. Wie viele Maschinen gebaut werden sollen, dazu machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Das Vorhaben wurde am Mittwoch am Rande der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig vorgestellt.
Das Vorhaben wurde am Mittwoch am Rande der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig vorgestellt.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Besuchten die erste Nationale Luftfahrtkonferenz auf dem Flughafen Leipzig-Halle (v.l.n.r.): Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstandsvorsitzender, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Bundeskanzlerin
Besuchten die erste Nationale Luftfahrtkonferenz auf dem Flughafen Leipzig-Halle (v.l.n.r.): Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstandsvorsitzender, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Bundeskanzlerin  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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