Hier liegt ein Mann auf einem Flugzeug!

London (Großbritannien) - Nach ihrer Drohung, den Flughafen London City lahmzulegen, starteten die Umweltschützer von Extinction Rebellion am Donnerstag erste öffentlichkeitswirksame Aktionen.

Der Demonstrant lag auf einer Britisch Airways Maschine.
Der Demonstrant lag auf einer Britisch Airways Maschine.  © Screenshot Facebook Extinction Rebellion UK

Am gestrigen Mittwoch drohte die Gruppierung Extinction Rebellion, den zentralen Flughafen London City sperren zu wollen (TAG24 berichtete).

"Hunderte Teilnehmer sollen sich dazu verpflichtet haben, ihren Körper gewaltfrei zu benutzen, um den Flughafen zu schließen, und sind bereit, ihre Freiheit zu opfern, um dieses Ziel zu erreichen", erklärte Rupert Read, Sprecher der Extinction Rebellion in einer Mitteilung im Hinblick auf das Vorhaben.

Zwar blieben am heutigen Donnerstag die ersten Aktionen gewaltfrei, aber ruhig verhielten sich die Demonstranten dennoch nicht. So mussten zahlreiche Reisende mit Verzögerungen leben und das Flughafenpersonal hatte alle Hände voll zu tun. Gleiches galt für die Polizei.

Der Aufstand sollte um 9 Uhr beginnen. Und siehe da: Ein Aktivist kaufte sich kurzerhand noch ein Flugticket für einen Mittagsflug. Einige Zeit verhielt er sich unauffällig, passierte so die Sicherheitskontrollen.

Aber beim Boarding stieg der Mann nicht in die Maschine, sondern auf sie!

Auf dem Dach setzte er sich erst für ein paar Minuten. Als er gebeten wurde, wieder herunterzukommen, legte er sich auf seinen Bauch und umklammerte das Flugzeug.

Die verrückte Aktion dauerte eine knappe halbe Stunde. Die Polizeibeamten waren vermutlich so sehr mit anderen Demonstranten beschäftigt, dass sie erst nach ganzen zwanzig Minuten am Ort des geschehen eintrafen, wie in einem Video zu sehen ist, das live gestreamt wurde.

Demonstranten nahmen Flughafen London City komplett ein

Ein Mann stand auf dem Dach des Terminals.
Ein Mann stand auf dem Dach des Terminals.  © dpa/Matt Dunham/AP

In der Videobeschreibung gaben die Extinction Rebellion Aktivisten Preis, um welchen Mitstreiter es sich handeln soll: James Brown ist demnach sein Name - und der ist keinesfalls unbekannt!

Der sehbehinderte Läufer holte bei den Paralympischen Spielen im Jahr 2012 Bronze im Radsport-Zeitfahren für Irland. Und Brown wurde bereits letzten Monat am Flughafen Heathrow verhaftet, als er mit einer Gruppe Aktivisten Drohnen steigen lassen wollte.

Ein anderer Aktivist erklomm am Morgen ein Dach des Flughafens. Er musste dafür auf ein Vordach klettern und sich dann am Stacheldraht vorbeibewegen. Oben angekommen schrie er in die Menge: "Schließt den Flughafen! Rebellion!"

Der Mann enthüllte ein Banner mit der Aufschrift "Our fragile Planet is dying" (deutsch: Unser fragiler Planet stirbt). Später fing er sogar noch an, auf dem Dach zu tanzen, als eine Live-Band begann, unten Klarinettenmusik zu spielen.

Polizisten holten den Demonstranten wenig später von dem Dach des Terminalgebäudes.

Umweltaktivisten verschafften sich auch Zutritt zu Flugzeugen

Vor dem Flughafen versammelten sich zahlreiche Aktivisten.
Vor dem Flughafen versammelten sich zahlreiche Aktivisten.  © dpa/Kirsty Oconnor/PA Wire/dpa

Bei einem weiteren Flug am Mittag war ein Demonstrant an Bord, der ungehalten kurz vor dem Start eine Mahnrede hielt.

Der unbekannte Mann soll einfach aufgestanden sein, als der Flieger am Beginn der Startbahn stand. Er soll laut The Sun gesagt haben: "Ich möchte nicht mit euch reisen, aber ich möchte auch nicht aussteigen."

Daraufhin startete er eine lange Rede, die alle Mitreisenden nicht nur nervte, sondern auch wertvolle Zeit raubte.

Zu allem Unheil sorgte sein minutenlanger Monolog dafür, dass das Flugzeug zurück zum Gate fahren musste. Dort wurde nicht nur der Demonstrant von der Polizei aus dem Flugzeug geführt, sondern auch nochmal neu getankt, berichtete BBC Politik Redakteur Nicholas Watt in einer Reihe von Tweets.

Der AirLingus-Flug 285 nach Dublin konnte dann mit etwa zwanzig Minuten Verspätung starten.

Flughafenzugänge umfangreich gesperrt

Demonstranten blockieren den Zugang zum Flughafen von der DLR-Station.
Demonstranten blockieren den Zugang zum Flughafen von der DLR-Station.  © dpa/Kirsty Oconnor/PA Wire

Wie in der Mitteilung angekündigt wurde, sperrten die Aktivisten ebenso die Zugänge zum Flughafen.

Wollten Reisende mit der DLR-U-Bahn (Docklands Light Railway) zum Flughafen fahren, hatten sie große Probleme, Zugang zum Gebäude zu bekommen, da Hunderte Demonstranten auf den Wegen saßen.

Ein 83-jähriger Aktivist, Phil Kingston, war unter den Festgenommenen. Es soll bereits das dritte Mal gewesen sein, dass er im Rahmen von Extinction Rebellion-Protesten in der vergangenen Woche festgenommen wurde, berichtet The Sun.

Auch vor dem Terminal herrschte ebenso großes Chaos. Am ganzen Flughafen sollen Tausende Demonstranten für Unruhen gesorgt haben.

Insgesamt waren rund 500 Polizisten vor Ort im Einsatz. Sie kamen nicht nur aus London, sondern aus ganz England und Wales.

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