Panne in Schönefeld: Regierungsflieger schrammte nur knapp an Unglück vorbei

Berlin - Kurz nach dem Start in Berlin geht ein Businessjet der Luftwaffe in unkontrollierte Flugbewegungen über und setzt bei der Landung mit beiden Flügeln auf. Nur dank der Piloten kann ein schweres Unglück inmitten des Osterreiseverkehrs verhindert werden (TAG24 berichtete).

Der Flieger war nach einer Funktionsstörung kurz nach dem Start umgekehrt und mit großen Problemen auf dem Flughafen Schönefeld gelandet.
Der Flieger war nach einer Funktionsstörung kurz nach dem Start umgekehrt und mit großen Problemen auf dem Flughafen Schönefeld gelandet.  © DPA

Bei dem Businessjet Global 5000 habe es kurz nach dem Start um 08.40 Uhr schwere Probleme mit der Steuerung gegeben, teilte die Luftwaffe mit. Bei der Landung habe die Maschine mit beiden Flügeln den Boden geschrammt.

Die Luftwaffenbesatzung habe es am Dienstag geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (60, CDU). Das Flugzeug hätte am Mittwoch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (63) nach Stuttgart bringen sollen.

Die Maschine war nach Angaben der Luftwaffe gerade zu einem 30-Monats-Checkup in einer Werkstatt des Herstellers in Schönefeld und auf dem Weg zurück nach Köln, als eine Funktionsstörung angezeigt wurde. Es habe unkontrollierte Flugbewegungen gegeben, die die Besatzung nicht eingegeben habe, sagte der Kommandeur Fliegende Gruppe der Flugbereitschaft, Oberstleutnant Stefan Schipke, auf dem Flughafen. An Bord waren zwei Piloten und eine Flugbegleiterin. Sie wurden nach der Landung in ein Bundeswehrkrankenhaus gebracht, blieben aber körperlich unverletzt.

Von der Leyen sagte: "Ich habe hohen Respekt vor der fliegerischen Leistung der Luftwaffenbesatzung." Nun müsse die Ursache der technischen Probleme zügig aufgeklärt werden.

Reisende warten vor der Sicherheitskontrolle.
Reisende warten vor der Sicherheitskontrolle.  © DPA

Die Untersuchung übernahm der General Flugsicherheit, der dafür in der Bundeswehr zuständig ist. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, dass nun ein Schadensbild erstellt und der Flugschreiber aus der Maschine ausgelesen werde. Der Grund für den Zwischenfall blieb zunächst unklar.

Das Flugzeug wurde nach Angaben der Flugbereitschaft 2011 gebaut. Der aus dem zivilen Flugbetrieb stammende Jet ist das Arbeitspferd der Luftwaffe für diese Flüge und gilt als sehr zuverlässig.

Die «Welt» berichtete am Dienstag, für das Bombardier-Modell der Flugbereitschaft gebe es seit rund zwei Wochen eine Sicherheitswarnung der Aufsichtsbehörden wegen möglicher Risse im Heckleitwerk. «Die Warnhinweise sind uns bekannt», sagte Schipke dazu. Wie damit umgegangen worden sei, werde untersucht. Allerdings gab es zunächst keinen Hinweis darauf, dass solche Risse der Auslöser des Zwischenfalls waren.

Die Maschine landete um 9.07 Uhr als Notfall und blieb zunächst auf der Flughafenpiste stehen. Starts wurden daher gestoppt, Flugzeuge im Anflug auf den zweiten Berliner Flughafen Tegel umgeleitet. Der havarierte Jet wurde später abgeschleppt.

Die Abfertigung auf dem Airport wurde inmitten des Osterreiseverkehrs wegen des Zwischenfalls unterbrochen. Sie sei kurz nach 09.30 Uhr eingestellt worden, hieß es von der Flughafengesellschaft. Gegen Mittag lief der Flugbetrieb wieder an, es musste zunächst aber weiter mit Verzögerungen gerechnet werden.

Der Flieger wird über eine Rollbahn geschleppt.
Der Flieger wird über eine Rollbahn geschleppt.  © DPA

Titelfoto: DPA

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