Flughafen-Streik am Dienstag: Droht ein deutschlandweiter Kollaps?

Berlin/Frankfurt - Etwa 180.000 Passagiere werden am kommenden Dienstag nach Einschätzung des Flughafenverbands ADV von den Folgen des Warnstreiks an mehreren deutschen Airports betroffen sein.

Im April 2018 hatte ein Warnstreik im öffentlichen Dienst den Frankfurter Flughafen getroffen.
Im April 2018 hatte ein Warnstreik im öffentlichen Dienst den Frankfurter Flughafen getroffen.  © DPA/Arne Dedert

Das teilte der Verband am Sonntag in Berlin mit. Hinzu kämen noch weitere zehntausend Passagiere an jenen Airports, von denen keine Flüge zu den bestreikten Flughäfen rausgehen könnten.

Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kritisierte die Gewerkschaft Verdi scharf: "Es ist unverantwortlich von Verdi, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen." Jede Dimension eines Warnstreiks werde gesprengt. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi die Streiks auf dem Rücken der Reisenden, der Fluggesellschaften und der Flughäfen austrägt", fügte er hinzu.

An insgesamt sechs Flughäfen ist das Sicherheitspersonal am kommenden Dienstag zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, darunter Deutschlands größter Airport in Frankfurt am Main.

Auch für die Flughäfen Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt wurden Warnstreiks angekündigt.

Verpflegung, Decken und Feldbetten werden vorbereitet

Schon bei früheren Streiks waren am Flughafen Frankfurt Feldbetten für die Passagiere aufgestellt worden.
Schon bei früheren Streiks waren am Flughafen Frankfurt Feldbetten für die Passagiere aufgestellt worden.  © dpa/Boris Roessler

Anlass ist der laufende Tarifkonflikt, in dem die Gewerkschaften für die bundesweit 23.000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung fordern.

Zuletzt hatte das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart die Arbeit niedergelegt.

Der Flughafen Frankfurt bereitet sich auf den geplanten Warnstreik des Sicherheitspersonals am Dienstag vor. Wie ein Sprecher des Airports sagte, soll sich ein spezielles Team um die Passagiere kümmern, die wegen des Streiks nicht wie geplant in einen Flieger steigen können.

Dazu gehöre etwa die Bereitstellung von Verpflegung, Decken und Feldbetten. Der Ausstand am kommenden Dienstag könnte den Flughafen in Frankfurt weitgehend lahmlegen.

Reisende die in Frankfurt zwischenlanden und bereits kontrolliert wurden, müssen – sofern sie im Sicherheitsbereich bleiben – nicht mit Komplikationen rechnen. Das seien etwa 60 Prozent aller Passagiere, sagte der Sprecher.

Wäre kein Streik, würden am kommenden Dienstag am Flughafen in Frankfurt normalerweise etwa 135 000 Passagiere abgefertigt.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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