Müssen Flug-Passagiere bald auf die Waage, um Kosten zu sparen?

London - Verschiedene Airlines denken aktuell darüber nach, ihre Passagiere vor dem Flugantritt zu wiegen. So sollen Treibstoffkosten gespart werden.

Passagiere könnten in Zukunft gewogen werden, um den Treibstoffverbrauch genauer zu berechnen.
Passagiere könnten in Zukunft gewogen werden, um den Treibstoffverbrauch genauer zu berechnen.  © 123RF

Aktuell berechnen die Fluggesellschaften ihren Kerosinverbrauch anhand der Entfernung, den zu erwartenden Wetterverhältnissen, der Strecke zum nächsten Ausweichflughafen, dem Gewicht der Luftfracht und der Anzahl der Passagiere. Bei den Passagieren wird bisher ein Durchschnittsgewicht als Grundlage genommen, welches in Mittel- und Nordeuropa bei ca. 86 Kilo bei Männern und 71 Kilo bei Frauen liegt.

Die Technologie-Beratungsfirma Fuel Matrix hat nun, laut Independent, britischen Airlines empfohlen, seine Passagiere vor dem Start zu wiegen. Anhand der genauen Gewichtsdaten ließe sich dann der tatsächliche Treibstoffbedarf ermitteln. In den bisherigen Berechnungen würde in vielen Fällen ein Prozent mehr Kerosin getankt, als benötigt wird.

Dieses Übergewicht führt wiederum zu einem höheren Treibstoffverbrauch, der pro Flug bei bis zu 0,5 Prozent liegen kann. Genauerer Berechnungen würden also eine deutliche Treibstoffeinsparung bedeuten.

Mit dem neuen Verfahren könnten bei der Betankung der Flieger Kosten gespart werden.
Mit dem neuen Verfahren könnten bei der Betankung der Flieger Kosten gespart werden.  © 123RF

Dafür würden die Passagiere auf einem Pad, das vor dem Boarding- oder Check-In-Schalter liegt automatisch gewogen, die Daten gingen dann an ein Computerprogramm, welches das Gesamtgewicht berechnet und daraus resultierend die Menge des zu tankenden Treibstoffes.

2017 hatte die finnische Fluggesellschaft Finnair ebenfalls ihre Passagiere gewogen, um ein genaueres Durchschnittsgewicht zu ermitteln. Es beschränkte sich allerdings auf 2000 Personen und wurde nach er Datenerhebung wieder eingestellt.

Gestaltet sich das aktuelle Experiment bei den britischen Airlines erfolgreich, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es bei weiteren Fluggesellschaften dauerhaft zum Einsatz kommt. Denkbar ist allerdings, dass die Passagiere ihr Einverständnis für das Wiegen geben müssen.

So weit wie eine Airline in Samoa geht, wird es bei uns wohl hoffentlich nicht kommen. Bei Samoa Air müssen Passagiere schon seit 2013 bei der Ticket-Buchung ihre Körpergröße und ihr Gewicht angeben. Dickere und größere Menschen bezahlen dann mehr für den Flug, als dünnere und kleinere Personen.

Titelfoto: 123RF


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