Russlands Angriffe sind schuld an neuer Flüchtlingsflut

Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU) mit Blick auf den Schutz der EU-Außengrenze.
Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU) mit Blick auf den Schutz der EU-Außengrenze.

Berlin - "Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu", sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (66) mit Blick auf die erneuten Gefechte in Aleppo. Europas Außengrenzen müssten besser geschützt werden, meint Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU).

Ein besserer Schutz der EU-Außengrenze ist notwendig. Anderenfalls gerate "der freie Bewegungsraum im Binnenmarkt, der auch Grundlage unseres Wohlstands ist, in Gefahr", warnte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

Im Augenblick gelinge der Schutz der EU-Außengrenze «dort, wo wir Wassergrenzen haben, eben nicht sehr gut», sagte sie im Hinblick auf die Ankunft Zehntausender Flüchtlinge, die von der Türkei aus über die Ägäis in das EU-Land Griechenland gelangen.

"Deshalb setze ich mich dafür ein, eine Lösung mit der Türkei zusammen zu finden", betonte Merkel.

"Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu", meint Jean Asselborn (66).
"Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu", meint Jean Asselborn (66).

Die Kanzlerin trifft an diesem Montag in Ankara mit Präsident Recep Tayyip Erdogan und mit Regierungs-Chef Ahmet Davutoglu zusammen. Merkel betonte weiter, Europa müsse aber auch bereit sein, Flüchtlinge legal aufzunehmen, wenn der illegale Menschenschmuggel beendet werden solle.

Mit Blick auf die heftigen Gefechte in der syrischen Großstadt Aleppo wies der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn allerdings darauf hin, dass sich die Situation sehr schnell wieder ändern könne.

"Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu", sagte er. Schuld daran seien die von Russland unterstützten Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf Oppositionskräfte in Aleppo. Asselborn forderte die Außenminister der USA und Russlands auf, ihre Gespräche für eine Friedensinitiative "sehr, sehr schnell" zu vertiefen.

Bei den für Donnerstag geplanten Verhandlungen in München müsse es darum gehen, "wirklich zu stoppen, was gestoppt werden muss".

Fotos: imago (3)


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