Nächste Fluggesellschaft insolvent! Rostock-Laage verliert letzte Linienflüge

Rostock - Erneuter Schlag für den Flughafen Rostock-Laage: Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats muss er die Insolvenz einer Fluggesellschaft verkraften. Nach der Pleite von Germania (TAG24 berichtete) bleiben nun auch die Flüge von Flybmi gänzlich aus.

Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Rostock-Laage.
Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Rostock-Laage.  © DPA

Die britische Regional-Fluggesellschaft hat wegen des Brexits Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Alle Flüge wurden mit sofortiger Wirkung gestrichen, wie die Airline am Samstagabend auf ihrer Webseite mitteilte.

Der Flughafen Rostock-Laage bleibe betriebsbereit, teilte die Geschäftsführung des Airports am Sonntag mit. Der Flugbetrieb sei sichergestellt.

"Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mittelfristig die erfolgreiche Strecke von Rostock nach München durch eine andere Airline ersetzt werden kann und damit der Geschäftsreisebetrieb für die Unternehmen der Region wieder sichergestellt wird", sagte Flughafen-Chefin Dörthe Hausmann.

Von Laage aus hatte die Airline 2018 den Angaben zufolge rund 38.500 Passagiere von und nach München befördert. Hausmann bezeichnete die langjährige Zusammenarbeit mit Flybmi rückblickend als "äußerst gut".

Für Laage waren Flybmi-Flüge nach München die letzten regelmäßigen Verbindungen. Zuvor hatte die Insolvenz der Berliner Fluggesellschaft Germania für den Flughafen massive Folgen, denn sie brachte etwa die Hälfte der rund 296.000 Passagiere.

Für die knapp 200 Mitarbeiter des größten Airports im Nordostens Deutschlands war Kurzarbeit angekündigt worden.

Eine Notiz informiert am Flughafen Bristol alle Fluggäste darüber, dass sämtliche Flüge von Flybmi gestrichen wurden.
Eine Notiz informiert am Flughafen Bristol alle Fluggäste darüber, dass sämtliche Flüge von Flybmi gestrichen wurden.  © DPA

Flybmi hat mit 17 Maschinen Flüge zu mehr als 20 europäischen Zielen angeboten. Neben Rostock-Laage flog die Airline in Deutschland auch Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, München, Nürnberg und Saarbrücken an.

"Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als unüberwindlich" wird ein Flybmi-Unternehmenssprecher zitiert.

Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29.000 Flüge mit 522.000 Passagieren. Insgesamt beschäftigt sie 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien.

Der Flughafen Rostock-Laage hatte seit Jahresbeginn bereits verkraften müssen, dass Flybmi die Verbindungen nach Köln und Stuttgart einstellte.

Es blieben vorerst die nach Flughafen-Angaben gut ausgelastete Verbindung nach München sowie die Wochenendverbindung nach Wien. Härter noch traf dann die am 5. Februar angekündigte Germania-Insolvenz.

Über die genauen wirtschaftlichen Folgen herrsche noch keine Klarheit, hatte Flughafenchefin Hausmann wenige Tage danach gesagt. Sie hoffte, einen Teil der Flüge ersetzen zu können.

Titelfoto: DPA


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