Folter-Videos im Bürgerkrieg gedreht: Welches Urteil erwartet IS-Extremisten?

Frankfurt - Im Prozess gegen einen bereits verurteilten IS-Extremisten wird am Montag (10 Uhr) vor dem Oberlandesgericht Frankfurt das Urteil erwartet.

Am Montag soll das Urteil gegen den 32-jährigen Abdelkarim E. fallen.
Am Montag soll das Urteil gegen den 32-jährigen Abdelkarim E. fallen.  © DPA

Der Staatsschutzsenat verhandelt seit April gegen den 32-jährigen Abdelkarim E. B. wegen des Vorwurfs, im syrischen Bürgerkrieg Folterszenen mit einer Kamera festgehalten zu haben (TAG24 berichtete).

Bereits im November 2016 war E. B. wegen der Teilnahme an bewaffneten Auseinandersetzungen vom gleichen Gericht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Nach den Vorstellungen der Bundesanwaltschaft soll nun eine Gesamtstrafe von elfeinhalb Jahren gebildet werden.

Update, 12.41 Uhr: Wegen Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ist Abdelkarim E. B. am Montag in Frankfurt zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Das Oberlandesgericht ging davon aus, dass der 32 Jahre alte Mann im November 2013 in einem Haus nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo einer Folterung beiwohnte und diese mit einer Kamera gefilmt hatte.

Gleichwohl verurteilte der Staatsschutzsenat den angeklagten Deutschen nur wegen Beihilfe und nicht - wie von der Bundesanwaltschaft gefordert - wegen Mittäterschaft. Bereits im November 2016 war E.B. vom gleichen Gericht wegen der Teilnahme an bewaffneten Auseinandersetzungen zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Richter bildeten nun eine Gesamtstrafe.

Titelfoto: DPA


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