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Folterprozess Höxter: Frühere Freundinnen des Angeklagten sagen aus

Ende der Osterpause: Der Folterprozess des Horror-Paars aus Höxter geht weiter. Am Dienstag sollen alte Freundinnen von Wilfried W. aussagen.
Wilfried W. (2.v.li.) und Angelika W. (2.v.re.) stehen wegen Mordes vor dem Paderborner Landgericht.
Wilfried W. (2.v.li.) und Angelika W. (2.v.re.) stehen wegen Mordes vor dem Paderborner Landgericht.

Paderborn - Sie hatten ein Verhältnis mit dem Angeklagten. Sie können schildern, wie sich Wilfried W. gegenüber Frauen verhielt. Das Landgericht Paderborn hört am 17. Verhandlungstag um das "Horror-Haus" von Höxter drei Betroffene als Zeugen.

Im Mordprozess um das sogenannte Horror-Haus von Höxter sollen am Dienstag mehrere Frauen aussagen, die ein Verhältnis mit dem Angeklagten Wilfried W. hatten. Auch wird vor dem Landgericht Paderborn ein früherer Lebensgefährte der getöteten Anika W. erwartet.

Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. (47) und Angelika W. (48) mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben.

Beide sind wegen Mordes angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Bislang haben sich beide Angeklagte gegenseitig beschuldigt, die treibende Kraft gewesen zu sein.

14.48 Uhr: Die letzte Zeugin hat auch ein Tagebuch geschrieben. Das Gericht diskutiert, ob das Buch eventuell sichergestellt wurde.

Die Verhandlung wird geschlossen. In der nächsten Woche sollen weitere Zeugen gehört werden. Unter anderem ist eine Frau geladen, die massiv von Angelika und Wilfried misshandelt worden sein soll.

14.44 Uhr: "Ich bin ein gutgläubiger Mensch. Vielleicht war Wilfried von Beginn an darauf aus, mich und mein Geld zu vereinnahmen.

Unsere dreijährige Beziehung hatte auch Pausen. Da meldete sich Wilfried manchmal längere Zeit nicht. Das waren manchmal ein paar Wochen. In der dreijährigen Beziehung habe ich Angelika nur ein einziges Mal gesehen.

Sonst gab es hier nur telefonischen Kontakt. Die ersten Störungen in unserer Beziehung gab es nach einem Jahr. Das lag an den Beschimpfungen von Angelika mir gegenüber. Angeblich hatte ich, so fing alles an, nicht richtig sauber gemacht.

Später wurden die Beschimpfungen immer heftiger und derber. Sie kamen dann regelmäßig. Angelika hat auch bei meinen Eltern angerufen und sich dort über mich beklagt. Ich habe das Wilfried erzählt, und er wollte mit Angelika sprechen."

Die Zeugin wird entlassen.

14.31 Uhr: "Am 30. Oktober 2010 habe ich ein Testament geschrieben und Wilfried als Erben meines gesamten Vermögens eingesetzt. Er war damals meine große Liebe.

Hinzugefügt habe ich später, im August 2012, noch, dass er auch mein ganzes Hab und Gut bekommt, wenn wir kein Paar mehr sind. Ich habe das von mir aus gemacht. Ich war einfach verliebt, Wilfried war die Liebe meines Lebens.

Ich habe das Testament inzwischen wieder abgeändert. Das Testament habe ich damals aus eigenen Stücken geschrieben, ich wurde dazu von Wilfried oder Angelika nicht angehalten."

14.26 Uhr: "Ich habe mir dann eine Geheimnummer zugelegt, um mir den Telefonterror zu ersparen. Der Telefonterror ging meistens von Angelika aus. Ich habe mir sogar einen Anwalt genommen.

Wilfried versuchte auch noch, mich über Facebook zu erreichen. Ich habe den Kontakt aber blockiert. Nach der Verlobung wollte ich dann den Typen doch nicht mehr heiraten. Das war mir zu viel.

Angelika hat mir auf kleinen Zetteln aufgeschrieben, wie sie Wilfried gequält hat. Die Zettel habe ich bei der Polizei abgegeben. Wilfried sagte mir, wenn ihm etwas passiere, hätte ich etwas gegen Angelika in der Hand und könne zur Polizei gehen.

Ich habe mir dabei nicht viel gedacht und habe die Zettel erst einmal zur Seite gelegt. Ich erinnere mich, dass Angelika Verbrennungen an einer Seite ihres Körpers hatte, Wilfried begründete es damit, dass Angelika gestolpert sei und in einen Eimer heißen Wassers gefallen sei.

Angelika hat mit mir darüber nie gesprochen. Ansonsten hätte ich ihr geholfen. Persönlich haben wir kaum Kontakt. Alles lief über das Telefon. Mit Wilfried habe ich mich auch nur über den Anrufbeantworter unterhalten.

Er hat mir was draufgesprochen. Ich habe es abgehört. Dann habe ich auf seinen Anrufbeantworter geantwortet. Und so liefen die sogenannten Gespräche. Ich war damals naiv. Angelika beschimpfte mich mit unglaublichen Worten, die unterhalb der Gürtellinie lagen."

14.09 Uhr: "Wilfried hatte eine Kontaktanzeige aufgegeben, auf die habe ich mich gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt wohnte Wilfried W. noch in Berlebeck, es muss Oktober 2009 gewesen sein. Ich hatte eine etwa dreijährige Beziehung mit Wilfried.

Meistens waren wir zu Hause bei Wilfried. Einmal habe ich einen Kollegen, den ich zufällig traf, umarmt. Wilfried gefiel das überhaupt nicht und er machte mich fürchterlich an. Die Beziehung war nicht immer schön. Körperlich war es nicht belastend, aber seelisch haben sie mich fertig gemacht.

Ich musste mich jede halbe Stunde bei Wilfried melden, die Anweisungen hierzu kamen später auch von Angelika. Ich habe mich nicht immer daran gehalten, weil ich arbeitete. Es gab dann böse Nachrichten, Beschimpfungen, es kam Telefonterror, so dass mein Vater schließlich das Telefon aus dem Stecker zog.

Ich wohnte da noch bei meinen Eltern. Die Beschimpfungen kamen eher von Angelika. Ich wurde ständig von ihr angemacht, sollte für ihn kochen. Spät abends riefen sie mich an, ich könne vorbeikommen und die Wohnung sauber machen. Übernachten durfte ich nie bei Wilfried.

Ich war danach immer so müde, dass ich einmal auf der Rückfahrt an einer roten Ampel eingeschlafen bin. Die Intimitäten waren nie gewalttätig. Ich bekam auch mal die Nachricht, dass Wilfried gestorben sei. Kurze Zeit später wurde mir dann erklärt, dass das ein Witz war.

Es waren seelische Grausamkeiten. 2010 zog Wilfried von Berlebeck nach Bosseborn. Dort war ich dann auch. Als die beiden Morde bekannt wurden, konnte ich mich an jede Einzelheit des Gehöftes in Bosseborn erinnern. Ich war sehr oft in Bosseborn.

Kurz vor Ende der Beziehung wurde mir von beiden angeboten, nach Bosseborn zu ziehen. Ich sollte dafür aber mein gesamtes erspartes Geld abgeben. Das wollte ich aber nicht. Und so zog ich nicht in Bosseborn ein. Ich sollte auch mal eine Autoversicherung übernehmen für Wilfried, das habe ich aber auch nicht gemacht.

Sonst gab es keine Situationen, wo ich um Geld gefragt wurde. Die Trennung erfolgte zu meinem Geburtstag. Ich war mit Wilfried bereits verlobt. Ich hörte, dass Wilfried im Krankenhaus in Kassel sei. Das war aber gelogen. Ich habe Angelika und Wilfried zur Rede gestellt und war total sauer."

13.53 Uhr: " Als Wilfried die Tür zugeknallt hatte und ich eingesperrt war, hatte ich schon Angst und es war mir unheimlich. Das Unbehagen bezog sich auch auf Angelika W.. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es nicht gut ist, hier zu bleiben. Wenn Angelika W. mich beleidigte, hat sich Wilfried rausgehalten.

Er war immer in der Nähe, hat aber nicht eingegriffen. Als ich auf dem Sofa übernachtete, hat Angelika in einem anderen Zimmer übernachtet. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden etwas aushecken, was mich betrifft.

Anhaltspunkte hierfür waren das Türzuschlagen, Einsperren und der schroffe Tonfall von Angelika W.. In den Tagen, in denen ich in Bosseborn war, hat Wilfried morgens Zeitungen ausgetragen, über Tag wurde eingekauft. Da war ich mit. Er ist an den drei Tag, die ich in Bosseborn war, jeden Morgen früh aufgestanden und hat sich nach seiner Rückkehr wieder hingelegt.

Ich habe ihm beim Zeitungsaustragen geholfen." Damit wird die Zeugin entlassen. Als nächste Zeugin sagt eine 34-Jährige aus. Daniela B. hatte Kontakt zu Wilfried W..

13.39 Uhr: "Ich habe den beiden gesagt, ich müsse noch mal nach Hause, ein paar Sachen erledigen. Dann bin ich weggefahren und bin nicht mehr wiedergekommen. Vereinbart hatten wir, dass ich am Wochenende wiederkomme. Sie wollte mich wieder in Warburg abholen.

Aber ich hatte keine Lust mehr, ich wollte Schluss machen. Ich habe das dann abgehakt, und das war es für mich. Es war noch mal eine Botschaft auf meinem Anrufbeantworter, aber die habe ich gelöscht. Wilfried hat mich noch einmal gebeten, zurückzukommen.

Er wollte mir dann zeigen, wer der Herr im Hause Bosseborn ist. Ich habe mich darauf aber nicht eingelassen. In den drei Tagen in Bosseborn kam es auch zu intimen Beziehungen mit Wilfried. Das Ganze spielte sich Mitte 2012 ab. Ich musste damals auf einer Couch in Bosseborn schlafen. Es war sehr beengt.

Ich hatte das Gefühl, dass ich ein wenig bedrängt wurde, habe es aber so hingenommen. Ich hielt den Ball flach. Ich wollte keinen Widerstand leisten. Beide wurden mir irgendwann unsympathisch. Ich wurde aber nicht unter Druck gesetzt, noch einmal zurückzukommen, als ich gehen wollte. Ich bin von den beiden nie nach Geld gefragt worden."

13.30 Uhr: Die Verhandlung wird mit einer Zeugin fortgesetzt, die im August 2012 Kontakt zu Wilfried W. hatte. "Ich lernte Wilfried über eine Kontaktanzeige kennen. Wilfried holte mich mit einem Auto ab. Ich lebte in Warburg. Wir fuhren nach Höxter.

Erstaunlich war, dass seine Schwester Angelika W. fuhr, Wilfried saß hinten auf der Rücksitzbank. Auf der Fahrt nach Höxter war er mir sehr sympathisch. Er erzählte relativ wenig von sich. Ich habe auch nicht so viel gesprochen. Ich habe von meinen Kindern erzählt.

Es hat ihn, so mein Eindruck, nicht gestört, dass ich Kinder habe. Wir kamen in Höxter-Bosseborn an. Im ersten Moment gefiel mir das, beide, Angelika und Wilfried, verhielten sich nett mir gegenüber. Es war beabsichtigt, dass ich eine ganze Woche da bleibe. Ich blieb aber nur ein paar Tage dort.

Ich dachte mir, es ist nichts Ungewöhnliches, gleich diese Nähe zu suchen. Das machen ja wohl viele Frauen so. Es war sehr unaufgeräumt in Bosseborn. Wenige Tage später wurde Angelika immer schroffer und unfreundlich zu mir. Ich wurde bei bestimmten Dingen von Angelika gemaßregelt.

Der Ton von Angelika gefiel mir gar nicht, er war beleidigend, auch meiner Familie gegenüber. Sie griff auch meine Kinder an, genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern. Sie zog über meinen Sohn her, weil er bei der Bundeswehr war.

Er ist auch heute noch da. Wilfried machte den Eindruck eines Waschlappens, Angelika hatte die Hosen an. Einmal wurde ich quasi eingesperrt. Ich ging runter zu den Tieren, ich half beim Füttern, und da knallte Wilfried hinter mir die Tür zu. Ich dachte nur 'Oh, wenn du hier nicht wieder rauskommst'. Ein paar Minuten später machte er dann die Tür wieder auf.

Da beschloss ich, das Haus wieder zu verlassen. Ich hatte das Gefühl, dass Wilfried die Tür absichtlich verschlossen hatte. Ich wollte da bloß noch weg von Bosseborn. Insgesamt war ich nur drei Tage in Bosseborn. Gewalttätigkeiten habe ich in dieser Zeit nicht erlebt, nur Beleidigungen."

Die Angeklagten befinden sich wieder im Gerichtssaal.
Die Angeklagten befinden sich wieder im Gerichtssaal.

12 Uhr: Irgendwann habe der Zeuge eine SMS von Wilfried W. bekommen. "Da stand drin: Lass meine Frau in Ruhe, ich arbeite bei einem Sicherheitsdienst und mit der Polizei zusammen. Ich könnte Dir das Leben zur Hölle machen.

Irgendwann sagte mir ein Arbeitskollege, es hätte eine Angelika W. für mich angerufen, die wolle meine Telefonnummer haben. Ich habe Angelika W. dann angerufen. Sie hat mir gesagt, dass Annika faul sei. Zu ihrem neuen Partner habe ich nur erfahren, dass er Annika geheiratet habe."

Der Zeuge wird entlassen. Es ist nun eine Pause vorgesehen bis um 13 Uhr.

11.53 Uhr: "Ich lernte Annika über eine Kontaktanzeige im Herbst 2005 kennen. Ich habe auf die Anzeige geantwortet, und sie hat sich sehr schnell per SMS bei mir gemeldet. Die Beziehung hat sich sehr schnell entwickelt. Ich habe auch die Mutter von Annika kennengelernt.

Annika war sehr nett, hilfsbereit. In manchen Situationen war sie zu leichtsinnig, fasste schnell Vertrauen zu Personen. So auch zu mir. Schon ein paar Tage nach unserem Kennenlernen habe ich bei ihr genächtigt. Sie hat sich immer untergeordnet.

Sie hatte immer Angst, verlassen zu werden. Es war eine Vermutung von mir, wir haben nie darüber gesprochen. Wenn ich Vorschläge machte, ist sie denen immer gefolgt. Selber hatte sie nie Wünsche,beziehungsweise hat sie nicht geäußert.

Die Beziehung dauerte ungefähr vier bis fünf Jahre. Dann habe ich Schluss gemacht, weil ich eine neue Beziehung eingegangen bin. Sie war schon enttäuscht, dass ich gegangen bin. Sie war traurig, aber nicht am Boden zerstört. Wir haben uns nicht im Streit, sondern im Guten getrennt.

Der Kontakt wurde von mir wieder aufgenommen, als meine neue Beziehung zu Ende war. Das war 2013. Wir hatten uns zufällig getroffen. Der Kontakt dauerte so lange, bis ich erfuhr, dass Annika wieder in einer neuen Beziehung ist. Sie wollte keinen Kontakt mehr zu mir, sie hielt die andere Beziehung für wichtiger."

11.45 Uhr: Der nächste Zeuge betritt den Verhandlungssaal. Zeuge K. ist 34 Jahre alt, Gerüstbauer und wohnt in Uslar. Er hat beide Angeklagten nie gesehen. Er hatte mal eine Beziehung mit der zu Tode gekommenen Annika W..

11.42 Uhr: Peter Wüller, Strafverteidiger von Angelika W., befragt die Zeugin, wie sehr sich Wilfried aufgeregt hat, als es darum ging, dass er den Wagen der Zeugin nicht fahren durfte. Darauf antwortet sie: "Er war beleidigt. Er hat darüber in Telefonaten mit mir gesprochen.

Er war auch ungehalten, dass ich vor unserer Beziehung mal mit einem Arbeitskollegen in der Türkei war, was mehr als harmlos war. Seine Schwester, Angelika W., rief mich auch an, beschimpfte mich in einem furchtbaren vorwurfsvollen Tonfall, wie ich Wilfried nicht mit meinem Auto fahren lassen würde."

Die Zeugin wird entlassen.

11.20 Uhr: "Irgendwann wollte er auch Geld von mir haben, für einen Pkw, für Dinge, die er im Internet kaufte", erzählt die Zeugin weiter. "Ich hatte das Geld nicht und habe dafür einen Kredit bei der Bank aufgenommen. Ich habe das Geld nie wiedergesehen.

Ich hatte auch nichts in der Hand, keine Quittung. Irgendwann musste ich Geld unter der Fußmatte eines Autos verstecken. Es sollte eine Anzahlung für ein Auto oder einen Führerschein sein. Ich sollte das Geld hinterlegen, die Schwester wollte es dann aus dem Auto holen.

Sie wollte mich nicht persönlich kennenlernen. Auf so eine Idee wäre ich nicht gekommen. Es waren wohl so 15.000 bis 16.000 Euro, die ich Wilfried zur Verfügung gestellt habe. Er hat einen psychischen Druck wegen des Geldes auf mich ausgeübt. Und 'so dicke' hatte ich es auch nicht.

Zum Ende unserer Beziehung gab er an, in Bochum zu sein. Er war dann noch einmal beim Arzt mit mir, weil ich krank war. Ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen, dann haben wir uns aus den Augen verloren. Er gab an, in Bochum zu wohnen. Ich weiß, dass er in Höxter sich ein Haus angeguckt hatte.

Deswegen hatte er wohl auch Möbel im Internet gekauft, um das Haus einzurichten. Die habe ich gemeinsam mit ihm ausgesucht. Er hat sie ersteigert, ich habe das Geld zur Verfügung gestellt. Nach der Trennung von Wilfried habe ich noch einmal einen Anruf von Angelika bekommen, der sehr belastend war.

Ich habe dann mein Handy ausgestellt und es gab keine Kontakte mehr. Ich fühle mich finanziell ausgequetscht. Letztlich ging es in unserer Beziehung immer nur um Geld. Ich war einfach zu gutgläubig."

11.03 Uhr: Nun sitzt eine weitere Zeugin im Sitzungsaal 205 und soll gehört werden. Sie ist 51 Jahre alt und ist Qualitätsprüpferin. Sie wohnt in Neukirchen-Voerde.

"Ich kenne Wilfried W. Ich hatte Ende Oktober 2010 bis März 2011 Kontakt zu Wilfried W.. Ich habe ihn über das Internet kennengelernt. Wir haben zuerst telefoniert. Wilfried erzählte, er sei Hundeführer bei einem Wachdienst und arbeite an einer Tankstelle.

Wir haben uns immer nur abends getroffen. Wenn wir telefoniert haben, ging das immer nur über den Anrufbeantworter. Ich musste mir anhören, was er auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hatte, und dann antwortete ich ihm auch und sprach auf seinen Anrufbeantworter.

Was mir Wilfried W. mitteilte, war so viel, dass ich mir das immer auf einem Zettel notieren musste. Ich habe mir Stichworte gemacht, damit ich nichts vergaß. Ich fand das ziemlich doof. Das Zusammensein mit Wilfried war immer nur bei ihm im Haus oder in der Wohnung. Wir sind nie weggegangen, war immer nur zuhause, es gab kein Spazierengehen.

Das Zusammensein mit ihm war ziemlich friedlich. Es war eine intime Beziehung. Einmal wollte er mir das Steuer abnehmen, weil es schon dunkel war. Ich habe das abgelehnt. Da war er sauer, und hat mir das immer wieder vorgehalten.

Dann kam Angelika, die er mir als seine Schwester vorstellte, ins Spiel. Sie telefonierte des öfteren mit mir, regte sich immer wieder über Kleinigkeiten auf, für mich totaler Quatsch. Ich kann es garnicht wiedergeben, weil es so bescheuert war.

Ich habe mich des öfteren mit ihr in die Haare gekriegt am Telefon. Sie sagte mir immer, wie ich mich gegenüber Wilfried verhalten solle. Ich sollte die Betten frisch beziehen, nach den Besuchen bei Wilfried, sollte vernünftig kochen.

Sie machte mir Vorhaltungen wegen Ordentlichkeit, es waren für mich immer nur Bagatellen. Vermutlich hat Wilfried ihr von mir erzählt, oder Angelika hat den Anrufbeantworter abgehört. Ich habe ihm vorgeschlagen, bei Angelika auszuziehen und zu mir zu ziehen.

Aber das wollte er nicht. Ich hatte immer den Eindruck, er käme von Angelika nicht los. Ich habe Angelika nie persönlich kennengelernt, habe nur mit ihr telefoniert. Ich bin nie bedroht worden von ihr, aber immer wieder beleidigt worden.

Als ich im Krankenhaus lag, wünschte sie mir einen schönen Tod. Die Beziehung zu Wilfried war harmonisch. Aber es drehte sich alles um seine Bedürfnisse. Er duldete keine Widerworte. Ich habe ihm aber nie widersprochen."

10.42 Uhr: "Ein Mann spielte auch noch eine Rolle", erzählt der Zeuge weiter. "Aus dem Fahrzeug stieg ein Mann aus, kam diagonal auf uns zu, blieb aber in einiger Entfernung stehen.

Ich ging davon aus, dass die drei Personen (Susanne F., Wilfried und Angelika W., Anmerkung der Redaktion) zusammengehörten. Als ich wegging, hörte ich, wie sich die beiden Frauen zu streiten anfingen. Alle drei gingen dann zum Eingang des Supermarktes. Was konkret gesagt wurde, habe ich nicht verstanden. Aber es war ein wenig lauter als gewöhnlich.

Die blonde Dame machte einen desolaten, leicht betrunkenen Eindruck. Sie war unsicher auf den Beinen, stand jämmerlich da. Den Text, den ich unterschrieben habe, habe ich nicht gelesen. Darüber mache ich mir heute noch Vorwürfe.

Im Nachhinein bin ich erschrocken über den Inhalt des Schreibens, den ich aber erst später erfuhr. Als ich dann von der Polizei kontaktiert wurde, habe ich die ganze Geschichte in Zusammenhang gebracht mit dem Doppelmord-Fall in Bosseborn.

Der war ja in allen Medien. Zur Hartnäckigkeit von Angelika W., die mich um die Unterschrift bat, sie war sehr bedrängend, hat mit lauterem Ton gesprochen. Das Ganze hat wohl ein bis zwei Minuten gedauert." Der Zeuge wird entlassen.

10.34 Uhr: Es wird doch noch ein anderer Zeuge vorgezogen. Der Zeuge ist 45 Jahre alt. Er ist Abteilungsleiter eines Industrieunternehmens in Höxter. "Ich erkenne die Dame auf der Anklagebank (Angelika W.) wieder. Ich bin schon einmal von der Polizei verhört worden.

Ich war im Januar oder Februar 2016 vor einem Supermarkt in Höxter. Da kam eine Frau auf mich zu und bedrängte mich, ein Schreiben zu unterzeichnen. Ich war hochgradig genervt, sie war aber so hartnäckig, da habe ich meinen Namen draufgeschmiert. Es war aber keine richtige Unterschrift.

Der Richter liest vor, was auf dem Schreiben drauf stand: "Ich, Susanne F., habe bei Wilfried und Angelika W. gewohnt, habe mich an den Kosten beteiligt, gehe nun in meine Wohnung zurück. Ich bestätige, dass es zu keinen Vergewaltigungen oder Misshandlungen gekommen ist. Darunter die Unterschrift von Susanne F."

Zeuge: "Ich habe dann bestätigt, dass Susanne F. die Unterschrift unter diesem Schreiben ohne Zwang gegeben hat. Die Unterschrift von Susanne F. war aber schon auf dem Brief drauf.

Ich habe trotzdem meinen 'Krakel' darunter gemacht. Die hartnäckige Frau war aber nicht alleine, da stand auch noch ein Mann, und der Dame folgte noch eine andere blonde Frau. Sie war recht dünn. Sie stand teilnahmslos hinter Angelika W., die hartnäckig um meine Unterschrift bat.

10.23 Uhr: Es geht weiter. Zuerst wird jetzt als Zeuge ein ehemaliger Freund von Annika W., dem ersten Todesopfer angehört.

9.50 Uhr: Die Verhandlung ist eröffnet. Zu erfahren ist, dass die psychiatrische Begutachtung von Wilfried W., neben Angelika W. wegen Doppelmordes angeklagt, durch den Gutachter Michael Osterheider abgeschlossen ist. Die Ergebnisse sollten in zwei Wochen vorliegen.

Das erste Gutachten war nur aufgrund von Aktenlagen entstanden, Wilfried W. hatte sich da noch verweigert, persönlich Auskünfte zu geben.

Auch die zweite Zeugin, die für 9.30 Uhr vorgeladen war, scheint nicht im Gerichtsgebäude zu sein. Der Vorsitzende Richter, Bernd Emminghaus, versucht jetzt, sie über eine Mobilfunknummer zu erreichen. In letzter Zeit waren es immer wieder nicht erschienene Zeugen, die den Prozessablauf ins Stocken brachten.

Vorsitzender Richter Bernd Emminghaus kann die Zeugin auch über ihr Handy nicht erreichen. Es bleibt nichts anderes übrig, gleich wieder eine Pause einzulegen. "Es hilft nichts", sagt der Richter. Er könne keine Zeugen herbeizaubern.

Staatsanwalt Meyer beantragt für die nicht erschienene Zeugin ein Ordnungsgeld von 200 Euro. Und jetzt gibt es erst einmal eine Pause.

Letzte Gespräche werden geführt.
Letzte Gespräche werden geführt.
Wilfried W. (Brille) wird von Carsten Ernst (li.) und Detlev Binder (re.) verteidigt.
Wilfried W. (Brille) wird von Carsten Ernst (li.) und Detlev Binder (re.) verteidigt.
Die Angeklagten sind bereits im Gerichtssaal.
Die Angeklagten sind bereits im Gerichtssaal.

9.35 Uhr: Der Beginn des Verhandlungstages war eigentlich für 9 Uhr vorgesehen. Aber eine für diesen Zeitpunkt vorgeladene Zeugin hat kurzfristig abgesagt.

Es handelt sich hier um die Notärztin, die im März 2016 Susanne F., eines der beiden zu Tode gequälten Frauen, in ein Krankenhaus nach Northeim einlieferte. Die Medizinerin hatte bereits vor zwei Monaten einen Zeugentermin verstreichen lassen und fehlt heute erneut.

9.18 Uhr: Der Prozessbeginn verzögert sich auf etwa 9.30 Uhr.

Fotos: DPA

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