Ford will 5000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen, Kölns OB besorgt

Köln - Der Autobauer Ford will 5000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Ein Ford-Sprecher bestätigte am Freitag den Abbau.

Die Autoproduktion von Ford in Köln.
Die Autoproduktion von Ford in Köln.

In einem Schreiben der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter, das dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe) vorliegt, heißt es wörtlich: "Für die Ford-Werke GmbH bedeutet das Strukturkosteneinsparungen von mindestens 500 Millionen Dollar und somit eine Verschlankung der gesamten Organisationsstruktur."

Und weiter : "Damit einher geht in Deutschland eine Personalreduzierung um mehr als 5000 Stellen (einschließlich Leiharbeitnehmern)."

Ford möchte nach eigenen Angaben "betriebsbedingte Kündigungen vermeiden". Dies hatte eine Ford-Sprecherin zuletzt im Januar auf TAG24-Nachfrage bestätigt.

Damals hieß es: "Wir streben einen sozialverträglichen Personalabbau an. Insofern wird bei uns niemand gekündigt!"

Der Stellenabbau soll also durch Altersteilzeit, Renteneintritt und Abfindungen ohne direkte Kündigungen geregelt werden, so die Ford-Sprecherin im Januar.

Inzwischen ist der geplante Jobabbau konkreter geplant. Er soll über Abfindungen für Beschäftigte bis 49 Jahren und Frühverrentungen von Mitarbeitern über 50 Jahren erreicht. Das Unternehmen habe in den vergangenen zehn Jahren "kein nachhaltig positives Betriebsergebnis erzielen können", heißt es zur Begründung der radikalen Sparmaßnahmen.

Diese seien notwendig um Ford in Deutschland langfristig eine Perspektive zu geben. Das Unternehmen wollte bislang nicht mitteilen, welche Standorte wie stark betroffen sind.

Ford Deutschland beschäftigt knapp 18.000 Mitarbeiter in Köln, 6000 in Saarlouis und rund 200 in Aachen.

Update, 18.22 Uhr: Kölns Oberbürgermeisterin Reker besorgt

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) reagierte am Abend mit Unverständnis und Enttäuschung: „Nach den bisherigen Ankündigungen müssen wir damit rechnen, dass ein Großteil der Stelleneinsparungen in Köln realisiert werden soll. Als Oberbürgermeisterin dieser Stadt hätte ich mir eine zukunftsgewandtere Entscheidung der Konzernzentrale in Dearborn (Michigan, USA) gewünscht", ließ sie mitteilen.

Die Kölner Oberbürgermeisterin stehe im Kontakt mit dem Kölner Ford-Management und werde auch weiterhin seitens der Stadt Hilfe anbieten.

"Wir setzen auf die Ankündigung und Zusicherung des Konzerns, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten", so die Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Ford beschäftigt in Köln rund 18.000 Menschen.
Ford beschäftigt in Köln rund 18.000 Menschen.  © DPA

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