Schluss mit Fast Fashion? Diese Modekette meldet Insolvenz an!

Los Angeles (USA) - Die Modekette Forever 21, die nur selbst entworfene Bekleidung verkauft, meldete überraschend Insolvenz an. Steht das Ende der Fast Fashion bevor?

In dieser belebten Einkaufsstraße gibt es auch genug andere Einzelhändler.
In dieser belebten Einkaufsstraße gibt es auch genug andere Einzelhändler.  © 123RF William Perugini

Weltweit ist die Modekette Forever 21 vor allem bei jungen Frauen beliebt. Schon seit 1984 gibt es die Geschäfte. Angefangen hat alles in Los Angeles, wo die aus Südkorea stammenden Do Won und Jin Sook Chang den ersten Laden eröffneten. Nun gibt es eigenen Angaben nach weltweit mehr als 800 Forever 21-Filialen.

Doch damit könnte bald Schluss sein!

Forever 21 meldete am Sonntag in den USA Insolvenz an. 350 Läden sollen nun vorerst weltweit schließen.

Diese große Neustrukturierung sorgt für reichlich Aufsehen in der Branche: Forever 21 war Trendsetter und ein ganz wesentlicher Motor in Bezug auf Fast Fashion.

Darunter versteht man schnelle Modeentwicklungen und Umstellungen des Sortiments. Aber auch eine besondere Kurzlebigkeit der Kleidung. So gehen beispielsweise T-Shirts, Röcke oder auch Schuhe der amerikanischen Marke extrem schnell wieder kaputt. Mit den aktuellen klimatischen Entwicklungen wurden diese Trends stark kritisiert.

Forever 21 Insolvenz könnte auch Deutschland treffen

Eine Forever 21 Filiale in London.
Eine Forever 21 Filiale in London.  © 123RF electricegg

Für deutsche Fans der umstrittenen Modekette könnte es in Zukunft hart werden: Im ganzen Land wird derzeit nämlich nur eine Filiale betrieben.

Sollte sich das Unternehmen dazu entschließen, den Berliner Standort zu schließen, wären die nächsten Geschäfte der Kette erst in Prag, Rotterdam, Florenz oder London zu finden.

Die Schließungen kommen indes nicht unerwartet: Um das Unternehmen stand es lange Zeit schlecht. Nachdem bekannt wurde, dass es seine Angestellten nicht fair bezahlen sollte, entfachte eine große Diskussion um das amerikanische Modelabel.

Auch ein andauernder Rechtsstreit mit Ariana Grande könnte für heftige Ausgaben sorgen (TAG24 berichtete).

Das Unternehmen konnte sich zudem nicht im schwierigen Onlinemarkt behaupten. Den Großteil des Umsatzes gewann es bisher klassisch im Laden. Auch dies war mit hohen Kosten verbunden.

Vor vier Jahren lag der Umsatz bei über 4 Milliarden Euro weltweit. Nach der Umstrukturierung sollen es noch 2,5 Milliarden sein. Um dieses eifrige Ziel zu erreichen, hat es jetzt Gläubigerschutz in Amerika beantragt. Bei diesem Prozess wird das Unternehmen von Gerichten überwacht, während es seine letzten finanziellen Mittel neu sortiert und möglichst gewinnbringend einsetzt.

Eine komplette Pleite soll so verhindert werden.


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