Forscher knacken den Kamelien-Code

Christoph Neinhuis gehört zur Forschungsgruppe, die das Erbgut der Kamelie entschlüsselte.
Christoph Neinhuis gehört zur Forschungsgruppe, die das Erbgut der Kamelie entschlüsselte.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Geldverschwendung oder wissenschaftliche Sensation? Forscher haben erstmals das Erbgut der Pillnitzer Kamelie (über 200 Jahre alt) entschlüsselt. Doch das Geheimnis ihrer Herkunft bleibt weiter verborgen.

Die Aufgabenstellung war klar umrissen: „Wir möchten gern erfahren, wo die Kamelie ursprünglich herstammt“, so Roland Puppe, Obergärtner beim Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG). Darum wurde im November 2012 das Institut für Botanik der TU Dresden mit den Nachforschungen beauftragt.

Nun, nach knapp vier Jahren, liegt das Ergebnis vor: „Wir wissen, wo sie nicht herkommt“, sagte SBG-Chef Christian Striefler (53).

Chefgärtner Roland Puppe (r.) betrachtet mit TU-Forscher Stefan Wanke Kamelienblüten.
Chefgärtner Roland Puppe (r.) betrachtet mit TU-Forscher Stefan Wanke Kamelienblüten.

„Sie kommt nicht, wie lange vermutet, von den japanischen Goto-Inseln. Auch die sogenannte Thunberg-Legende ist falsch.“

Dieser zufolge war die Schöne einst durch den schwedischen Arzt und Botaniker Carl Peter Thunberg (1748-1823) von einer Asienreise nach Europa gebracht worden.

Stattdessen nun sei endlich die DNA der Kameliendame entschlüsselt, freut sich Striefler.

Gekostet hat die Forschungsarbeit den Staatsbetrieb 53.000 Euro. Weiteres Geld muss folgen. Denn laut Gärtner Puppe ist für die endgültige Klärung der Herkunft mehr Forschung nötig.

Aber wozu gibt’s schließlich den Parkeintritt...

Fotos: Petra Hornig, dpa


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