Dresdner bauen Mini-U-Boot für Gülle-Grube

Sebastian Reinecke (32,l.) hat mit seinen Kollegen dieses Mini-U-Boot entwickelt.
Sebastian Reinecke (32,l.) hat mit seinen Kollegen dieses Mini-U-Boot entwickelt.

Von Eric Hofmann

Dresden - Kapitän Nemo drang mit seinem U-Boot in Tiefen vor, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hatte. Bei Sebastian Reinecke (32) geht‘s um Abgründe, in die kein Mensch abtauchen will!

Der Dresdner Forscher und sein Team haben ein kleines Gerät entwickelt, das durch die Gülle von Biogasanlagen schwimmt. Doch das ist nur die erste Station.

Tausende Liter Gülle, Maissilage oder einfach nur Abfälle - in der Biogasanlage wird daraus wertvolle Energie produziert. Doch nur wenn im ganzen Reaktor richtig gemischt wird, arbeitet er optimal.

„Es können sich sogenannte Todzonen bilden“, erklärt Sebastian Reinecke, Forscher am Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf. „Dort mischt sich nichts. Das ist dann verschenkter Raum.“

Dieses kleine Gerät soll in Zukunft für Ordnung sorgen.
Dieses kleine Gerät soll in Zukunft für Ordnung sorgen.

Um solche Verschwendungen aufzuspüren, hat der Tüftler das winzige U-Boot gebaut, ungefähr so groß wie eine Überraschungsei-Kapsel. Dafür bekam er sogar den mit 6000 Euro dotierten SICK-Promotionspreis.

„Es schwimmt am besten in dickflüssigen Substraten“, so der Wissenschaftler. „Während es der Strömung folgt, registriert es Temperatur, Tiefe und Beschleunigung. Weil es so klein ist, stört es auch nicht den Prozess.“

Aus den Daten lässt sich dann herausfinden, was z.B. in den Tiefen der Tierexkremente vor sich geht.

Doch was beim Abfall der Landwirtschaft geht, funktioniert auch bei menschlichen Hinterlassenschaften. Der Experte: „Wir arbeiten schon an so einem Sensor für normale Kläranlagen.“ Denn auch dort ist die Mischung wichtig für die Aufbereitung.

Fotos: Thomas Türpe


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