Sensationelle Entdeckung! Reptil hatte tatsächlich vier Augen

Frankfurt - Bislang durfte davon ausgegangen werden, dass höhere Wirbeltiere nur zwei Augen besitzen. Diese These konnte nun widerlegt werden.

In der Abbildung (rechts oben) sind die zwei weiteren Augen eingezeichnet.
In der Abbildung (rechts oben) sind die zwei weiteren Augen eingezeichnet.  © DPA/ A. Lachmann / Senckenberg Gesellschaft für Na

So fanden Wissenschaftler des Frankfurter Senckenberg-Instituts in Kooperation mit einem internationalen Team heraus, dass der Waran früher neben einem "Dritten Auge" sogar ein weiteres besaß.

Wie es im Bericht heißt, sei ein Scheitelauge ("Drittes Auge") bei vielen Eidechsen sowie der neuseeländischen Brückenechse bereits unter Forschern bekannt gewesen.

Der Fund eines vierten Sehorgans, das allerdings nur primitiv ausgeprägt war, war neu und lieferte somit den ersten Beweis für ein höheres Wirbeltier mit vier Augen.

Die Überraschung gelang bei einer Forschung an einem rund 1,30 Meter langen und etwa 49 Millionen Jahre Waran-Fossil der Gattung "Saniwa ensidens". Dort entdeckten die Wissenschaftler eine Doppelöffnung oben am Schädel.

Bislang war fälschlicherweise davon ausgegangen worden, diese Stelle hätte sich mit der Zeit zurückgebildet. Somit konnte eine alte Annahme, Echsen hätten maximal drei ausgeprägte Sehorgane, widerlegt werden.

Die Forscher hielten den Fall für eine Art Re-Evolution, bei der besondere Ausprägungen erst nach einiger Zeit wieder auftreten. "Ein vergleichbarer Vorgang wäre es beispielsweise, wenn unsere heutigen Vögel wieder Zähne bekämen", ordnete Dr. Krister Smith vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und Leiter der Studie den Fund ein.

Die komplette Studie samt der Ergebnisse erschien bereits am Montag im Fachjournal "Current Biology".