Nach Angriff auf AfD-Chef: Frank Magnitz will in den Landtag

Bremen - Landeschef, Bundestag und demnächst auch Landtag? Der AfD-Politiker Frank Magnitz (66) führt seine Partei nun auch als Bremer Spitzenkandidat in den Bürgerschaftswahlkampf.

Frank Magnitz hatte wenige Tage nach dem Angriff auf ihn noch deutlich sichtbare Verletzungen im Gesicht.
Frank Magnitz hatte wenige Tage nach dem Angriff auf ihn noch deutlich sichtbare Verletzungen im Gesicht.  © dpa/Michael Bahlo

Er hoffe auf ein zweistelliges Ergebnis bei der Bremer Landtagswahl im kommenden Mai, sagte Magnitz am Montag. Die Partei hatte am Sonntag 13 Kandidaten für die Bremer Landesliste nominiert.

Journalisten waren auf dem Parteitag nicht zugelassen.

Die Bremer Wahlberechtigten können am 26. Mai parallel zur Europawahl die Bürgerschaft neu wählen.

Unbekannte hatten Magnitz vor zwei Wochen in Bremen angegriffen und schwer verletzt (TAG24 berichtete).

Der 66-Jährige sitzt für die AfD bereits im Bundestag. Das Mandat werde er auch bei einem Einzug in die Bürgerschaft weiter ausüben, sagte Magnitz.

Die große Koalition in Berlin werde voraussichtlich nicht mehr lange Bestand haben. "Wir gehen davon aus, dass wir im Herbst Neuwahlen haben werden."

Solange sei es machbar, beide Mandate zu erfüllen. Auch für Bremerhaven hat die AfD bereits eine Landesliste mit fünf Kandidaten erstellt. Auf Platz 1 steht Vize-AfD-Chef Thomas Jürgewitz.

Im Bundestag sitzt Frank Magnitz bereits für die AfD und will das Mandat auch behalten, falls er in den Landtag einziehen sollte.
Im Bundestag sitzt Frank Magnitz bereits für die AfD und will das Mandat auch behalten, falls er in den Landtag einziehen sollte.  © dpa/Fabian Sommer

Von dem gewaltsamen Angriff vor zwei Wochen hat sich Magnitz noch nicht ganz erholt. "Es gibt noch einige Einschränkungen, aber ich bin guter Hoffnung, dass sich das in nächster Zeit geben wird."

Zu seiner Aussage, die Täter hätten ihn mit einem Kantholz geschlagen, sagte er: "Ich hatte massive Wahrnehmungsprobleme in dem Moment. Ich kann es heute nicht mehr sagen. Die Beeinträchtigung zu dem Zeitpunkt war doch etwas größer."

Die AfD hatte nach dem Überfall mitgeteilt, die Täter hätten Magnitz mit einem Kantholz geschlagen und ihn mit Füßen gegen den Kopf getreten (TAG24 berichtete).

Ein Überwachungsvideo zeigt jedoch, dass ein Mann Magnitz von hinten schlägt und dieser zu Boden stürzt (TAG24 berichtete).

Magnitz sagte, er würde sich wünschen, dass ein unabhängiger Gutachter sich das Videomaterial erneut anschaue. Die Polizei habe ihn vergangene Woche erneut befragt. Über den Stand der Ermittlungen habe er aber keine Kenntnisse.

Seit der Attacke in der Nähe des Theaters hat Magnitz eigenen Angaben nach böse Anrufe und E-Mails erhalten - seiner Meinung nach, weil er zurzeit besonders in der Öffentlichkeit steht.

"Ich messe dem keinen besonderen persönlichen Erffekt zu. Das sind die normalen Anfeindungen, die andere auch haben", sagte er.

Titelfoto: dpa/Michael Bahlo

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