"Rosins Fettkampf", Episode 4: Keine neue Hoffnung

Unterföhring - Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Cheat-Day her. Und dieser Schummeltag hat beide Teamchefs ziemlich nach hinten geworfen. Aber der Reihe nach.

Noch freut sich Tanja (2.v.r.) über das anstehende Essen. Das wird sich jedoch noch ändern.
Noch freut sich Tanja (2.v.r.) über das anstehende Essen. Das wird sich jedoch noch ändern.  © Screenshot/Kabel Eins

Einleitend wird nochmal fast drei Minuten lang erklärt, um was es in der Sendung überhaupt geht. Das ist gut. Man könnte sonst vermuten, dass es in einer Abnehm-Show um die Herstellung naturbelassenen Kräuter-Shampoos geht.

Ernsthaft: Was soll das? Muss wohl so ein TV-Ding sein. Aber dann geht es endlich los. Die Teams stehen früh am Morgen im Freien und warten auf Spielleiter Frank Rosin.

Der kommt auch kurz darauf. Mit einem Kapuzenshirt auf dem "Keep calm an let Frank handle it" steht. Offenbar war er eben noch auf einem Junggesellenabschied. Alles andere darf als Ausrede für Spruch-Klamotten mit dem eigenen Namen nicht gelten.

Nachdem sich Rosin zuletzt Willi Herren vorgeknöpft hat, nimmt er sich in dieser Folge Rebecca Siemoneit-Barum vor. Sie hatte die letzten beiden Male beim Wiegen verloren. Er gibt ihr klar zu verstehen, dass sie - was sie wohl sonst nie geahnt hätte - nicht gerade gut abschneidet. Sie solle endlich mehr Einsatz zeigen.

"Wir sind hier nicht ... ähm ... bei den Ausreden-Open." Ein Glück, dass er Koch und nicht Poet geworden ist. Als dann bei Rebecca endlich ein Tränchen kullern, scheint das Produktionsteam auch happy und es kann endlich weitergemacht werden. Die erste Challenge steht an: Ein Hindernis-Parcours. Oder Crosstrail-Parcours, wie man in cool sagt. Team-Building schadet nie.

Doch die am Fuß verletzte Steffi aus Willis Team wird aus dem Wettbewerb genommen. Safety First, keine Frage. Und wie es der Zufall will, hat man dadurch idealerweise zwei Dreier-Teams, die gegeneinander antreten.

Gefahr für die Zuschauer: Gesichtslähmung beim Ansehen

Abnehmen ist kein Ponyhof: Aber auch reiten kann anstrengend sein.
Abnehmen ist kein Ponyhof: Aber auch reiten kann anstrengend sein.  © Screenshot/Kabel Eins

40 Minuten peitschen sich die Teilnehmer gegenseitig nacheinander immer wieder über den Parcours. Welche Mannschaft schafft mehr Runden?

Am Ende gewinnt das Team Willi Herren den erschwerten Staffellauf-Wettkampf.

Nach der obligatorischen ersten Kochrunde (Es gab je nach Team, Steak, bzw. Zander) schwingt das Siegerteam von eben die Hufe. Sie treffen sich bei Steffis Pferd, das sie nach zwei Jahren und 15 Kilo weniger erstmals wieder sattelt - und das Team einlädt, mitzureiten.

An der anderen Fett-Front baut Kilo-Killer Mark (er hat bisher schon 20 Kilo runter) für seine Mitstreiter ein Zirkeltraining aufgebaut. Beide Mannschaften legen sich also ins Zeug. Für den Zuschauer ist das allerdings so spannend wie ein Beipackzettel. Ähnlich ist es bei der nächsten Kochrunde. Ich greife zum Handy und werde meinerseits sportlich - indem ich durch Twitter & Co. surfe. Irgendwie muss man sich ja wach halten.

Mein Zynismus hat sich bereits ins Bett verabschiedet. Die Hälfte der Sendung war derart belanglos, dass ich noch nicht einmal weiß, über was man berichten könnte. Bei einigen Szenen hörte man förmlich die Regieanweisungen, damit wenigstens irgendetwas relevantes vor der Kamera passiert.

Der langen Weile kurzer Sinn: irgendwann landen wir wieder beim Wiegen - wo Frank Rosin noch einmal die Spielregeln erklärt. Also das, was wir im Grunde auch am Anfang der Sendung erzählt bekommen haben.

Die drei Promis schaffen zusammen nur 3,6 Kilo

Kandidat André (2.v.l.) hat mehr als 30 Kilo seit Start verloren, und ist hauchdünn zweistellig geworden.
Kandidat André (2.v.l.) hat mehr als 30 Kilo seit Start verloren, und ist hauchdünn zweistellig geworden.  © Screenshot/Kabel Eins

Er selber hat im Vergleich zur Vorsendung nur 1,7 Kilo abgenommen. Und je mehr er an Gewicht verliert, desto höher wird die Gewinnsumme. Ein Kilo weniger bedeutet 1000 Euro mehr an Siegprämie.

Frank Rosin hat in diesen zwei Monaten, also vier Sendungen nunmehr 8700 Euro erarbeitet. Somit dürfte er am wenigsten von allen abgenommen haben.

Begründen kann er das nicht - aber wir sind hier ohnehin nicht bei den Ausreden-Open. Aber immerhin. Er ist sauer. Dafür, dass er den Leuten so gerne reindrückt, wie undiszipliniert sie seien, verkackt er selbst ziemlich beeindruckend.

Immerhin hat Teilnehmer André, der zu Beginn der Staffel über 130 Kilo mit sich rumschleppte, sein großes Ziel erreicht: Er ist ein "U-hu", also "unter hundert". 99,9 Kilo. Beachtlich. Wenn man jedoch glaubt, dass Frank Rosin mit seinen 1,7 Kilo ein Eigentor geschossen hat, der sollte noch eines Besseren belehrt werden.

Die Teamchefs müssen ja noch ran. Und da hat "Cheat-Day"-Fan Willi Herren gerade einmal ein Kilo seit der letzten Sendung (also seit 2 Wochen Aufzeichnungszeit) abgenommen. Endlich kann Rebecca Siemoneit-Barum mal wieder einen Sieg fei... öhm, nein. zu früh gefreut. Sie schaffte es tatsächlich, nur 0,9 Kilo abzunehmen.

Doch jetzt kommt das große "Aber": Es geht ja um das prozentuale Gewicht, das im Verhältnis zum eigenen Körper verloren wurde. Da schaffte Willi Herren mit dem einen Kilo 0,99%, Rebecca Siemoneit-Barum satte 1,03%. Man kann es schön reden, wie man will, für Team-Captains in einer Abnehmshow ist das lächerlich.

Somit ist aus seinem Team die Hobby-Schlagersängerin Tanja raus. Frank Rosin, der in zwei Wochen 1,7 Kilo abnahm, hielt nochmal eine Brandrede, dass sich alle mehr anstrengen sollten. Keine Pointe.

Titelfoto: Screenshot/Kabel Eins

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