In einer Woche geht's los: So schön wird die Landesgartenschau

Frankenberg - Beetepracht statt Bettenschlacht: Bis 1995 konnten die Sachsen an der Zschopauaue Liegen, Sessel und Matratzen (Lisema) kaufen. Doch 2017 machte das verlassene Industrieensemble Platz für Beete, Blumen und Bäume. Denn: Am 20. April soll hier die 8. Sächsische Landesgartenschau erblühen. Noch wird fleißig gebuddelt und gepflanzt.

Rhododendron, Rosen und Orchideen: In der Blumenhalle zeigen verschiedene Ausstellungen die facettenreiche Welt der Blumen.
Rhododendron, Rosen und Orchideen: In der Blumenhalle zeigen verschiedene Ausstellungen die facettenreiche Welt der Blumen.  © Uwe Meinhold

Ein großes Gewusel herrscht auf dem zirka sechs Hektar großen Gelände am "Naturerlebnisraum Zschopauaue". Bagger fahren Kies und Erde durch die Gegend, Arbeiter setzen die letzten Pfähle und an allen Ecken kommen die letzten Pflanzen in die Erde.

So wurden in den vergangenen Monaten bereits 500 Bäume, 3000 Rosen, 15.000 Sträucher, 10.000 Stauden und 150.000 Blumenzwiebeln eingebracht. Nun müssen noch 10.000 Heidepflanzen und der Rest der etwa 60.000 Frühjahrsblüher gepflanzt werden. Auch Rasen muss gesät und an manchen Stellen Rollrasen verlegt werden.

"Endspurt", ruft einer der Arbeiter herüber. Jochen Heinz (65), Geschäftsführer der Landesgartenschau Frankenberg/Sa., freut sich mit ihm. Aber er weiß auch, dass es knapp wird und zitiert scherzhaft die Weisheit: "Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig."

Unzählige Male ist er schon über das Gelände gelaufen. Dabei hat er beobachtet, wie Spielplätze für Groß und Klein entstanden, Patenbäume von Sommerlinde bis Blauglockenbaum gepflanzt wurden. Ebenso hat er verfolgt, wie die alte Produktionshalle von Lisema bis auf ihr Stahlgerüst entkernt und als Blumenhalle neu aufgebaut wurde.

Neue Brücke weist Besuchern den Weg zum zweiten Ausstellungsbereich

Lagebesprechung: Pressesprecherin Anja Sparmann und Geschäftsführer Jochen Heinz.
Lagebesprechung: Pressesprecherin Anja Sparmann und Geschäftsführer Jochen Heinz.  © Uwe Meinhold

16 verschiedene Blumenausstellungen sollen hier bis zum 6. Oktober zu sehen sein. Danach zieht das Erlebnismuseum "Zeit-Werk-Stadt" ein und informiert über Stadt- und Industriegeschichte.

Sein architektonisches Highlight ist jedoch die neue, 262 Meter lange, Fußgänger- und Radwegbrücke über die B 169. Wegen ihrer gewundenen Form wird sie auch "Schlange" genannt. "Mit ihren über sechs Metern Höhe ist sie auch ein schöner Aussichtspunkt über das Gelände", schwärmt Jochen Heinz.

Außerdem verbindet die Brücke künftig das neue Landschaftsgebiet an der Zschopauaue mit der Altstadt und weist den Besuchern der Gartenschau den Weg zum zweiten, etwa 4,7 Hektar großen, Ausstellungsbereich, den "Paradiesgärten Mühlbachtal".

"Dieses Areal verkörpert unser Motto ,natürlich mittendrin' besonders gut", erklärt der Geschäftsführer. Liegt es doch mitten im Zentrum der Stadt. Durchzogen wird es vom Mühlbach, der mehr einem Kanal als einem Bach glich. "Bei Hochwasser hatte er keinen Platz und trat regelmäßig über die Ufer", erzählt Heinz.

Nun bekam er seinen natürlichen Lauf zurück, hat viel mehr Platz und plätschert fortan vorbei an Park-Balkon, Rosenhang und Naturlehrpfad, die es für die schätzungsweise 350.000 Besucher an 170 Tagen zu entdecken gilt.

Anfahrt & Eintritt

Ein Novum bei der diesjährigen Landesgartenschau ist die Überdachung von Bühne und Sitzplätzen. Da wird sicher keiner nass.
Ein Novum bei der diesjährigen Landesgartenschau ist die Überdachung von Bühne und Sitzplätzen. Da wird sicher keiner nass.  © Uwe Meinhold

Doch wie kommen Besucher am besten nach Frankenberg? Bequem geht es mit dem Auto über die A 4-Anschlussstelle "Frankenberg" zum ausgeschilderten Großparkplatz. Ein Tagesticket kostet dort nur 2 Euro. Ein kostenloser Shuttlebus fährt dann zum Ausstellungsgelände. Dieser steuert auch den Bahnhof an. Dort hält die Chemnitz-Bahn Linie C 15. Wer von Dresden mit dem Zug anreist, muss zuerst mit dem Regionalexpress RE3 oder RB 30 nach Chemnitz und von dort weiter nach Frankenberg fahren.

Die Tageskarte für die Landesgartenschau kostet 16 Euro, ermäßigt 12 Euro und für Kinder (7-17 Jahre) zwei Euro. Für eine Dauerkarte zahlen Besucher 80 Euro bzw. ermäßigt 60 Euro und Kinder 15 Euro.

www.lgs-frankenberg.de

Programm mit über 300 Veranstaltungen

Die neue Brücke kostete allein 4,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden 25 Millionen Euro in die Um- und Neugestaltung der Schauflächen investiert.
Die neue Brücke kostete allein 4,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden 25 Millionen Euro in die Um- und Neugestaltung der Schauflächen investiert.  © Uwe Meinhold

Täglich ab 9 Uhr sind Besucher der Landesgartenschau "natürlich mittendrin". Dabei kommen sie auch in den Genuss der mehr als 300 Veranstaltungen. Den Auftakt macht die Eröffnungsfeier am 20. April. Dann treten unter anderem die Frankenberger Urgesteine Günter & Ebs, die Breakdance-Formation Broken Beat Crew und das Party-Quintett voXXclub auf.

Weitere Stargäste der Landesgartenschau sind The Firebirds am 22. April, Linda Feller am 4. Mai, Marquess am 13. Juli und Frank Schöbel am 4. August.

Natürlich gibt es aber auch für die Kleinen einige Programmpunkte - etwa wenn "Jonny der lustige Gärtner" am 30. Mai lustige Ballontiere zaubert, am 1. Juni Kinderfest gefeiert wird oder "Die Bremer Stadtmusikanten" am 9. Juni zum Mitmachen einladen.

Steffi Georgie (44, v.), Beata Tasarz (48) und Bernd Horn von der Gärtnerei Horn pflanzen die letzten Frühjahrsblüher.
Steffi Georgie (44, v.), Beata Tasarz (48) und Bernd Horn von der Gärtnerei Horn pflanzen die letzten Frühjahrsblüher.  © Uwe Meinhold
So niedlich! Wie eine kleine Bienenwabe sieht der Rutschturm auf dem neuen Kleinkinderspielplatz in der Zschopauaue aus.
So niedlich! Wie eine kleine Bienenwabe sieht der Rutschturm auf dem neuen Kleinkinderspielplatz in der Zschopauaue aus.  © Uwe Meinhold
In den Themengärten zeigt der Gartenlandschaftsbau was alles möglich ist. Noch fehlt hier und da die grüne Bepflanzung.
In den Themengärten zeigt der Gartenlandschaftsbau was alles möglich ist. Noch fehlt hier und da die grüne Bepflanzung.  © Uwe Meinhold
Manche Tulpen stehen jetzt schon in voller Blüte. Ist die Zeit der Frühjahrsblüher vorbei, werden 70.000 Sommerblumen geplanzt. An die Stelle der Tulpen kommen dann 1500 Dahlien
Manche Tulpen stehen jetzt schon in voller Blüte. Ist die Zeit der Frühjahrsblüher vorbei, werden 70.000 Sommerblumen geplanzt. An die Stelle der Tulpen kommen dann 1500 Dahlien  © Uwe Meinhold
Sonnig im Grünen sitzen? Wenn die Landesgartenschau am Osterwochenende eröffnet, spielt hoffentlich auch das Wetter mit.
Sonnig im Grünen sitzen? Wenn die Landesgartenschau am Osterwochenende eröffnet, spielt hoffentlich auch das Wetter mit.  © Imago images

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