Er drohte mit Erschießen: Feldwebel vor Gericht

Feldwebel Thomas F. (41) musste gestern vors Amtsgericht - er hatte einen Soldaten bedroht.
Feldwebel Thomas F. (41) musste gestern vors Amtsgericht - er hatte einen Soldaten bedroht.

Von Frank Vacik

Frankenberg - Dass der Umgangston in einer Kaserne rau werden kann, ist kein Geheimnis. Aber manchmal schlagen selbst Vorgesetzte über die Stränge: Gestern musste sich Feldwebel Thomas F. (41) vorm Amtsgericht Döbeln verantworten. Er hatte gedroht, einen untergebenen Soldaten zu erschießen...

Ein Abend im April 2015, der Feldwebel kontrollierte die Wachposten in der Wettiner-Kaserne von Frankenberg (850 Soldaten). Doch im Dienstzimmer der Nachtwache fand er statt Niklas R., der eingeteilt war, einen anderen Soldaten vor.

Niklas R. hatte heimlich seine Wache getauscht und legte stattdessen eine Sportstunde im Kraftraum ein.

Da wurde Thomas F. laut Anklage zornig:

Die Wettiner-Kaserne in Frankenberg. Hier geschah der Vorfall.
Die Wettiner-Kaserne in Frankenberg. Hier geschah der Vorfall.

„Ihr Zugführer würde Sie standrechtlich erschießen lassen. Ich würde es übrigens genauso machen, müsste ich nicht meine Munition abgezählt in der Wache zurückgeben.“

Der Angeklagte versuchte sich gestern zu entschuldigen: „Ich war in Rage. Das war eigentlich nur für den Einsatzfall auf einem Alarmposten gemeint.“

Der Soldat erstattete gegen seinen Vorgesetzten Anzeige wegen entwürdigender Behandlung. Richterin Christa Weik (53) urteilte gestern: „Die Äußerung war unverhältnismäßig und entwürdigend.“

Sie ließ trotzdem Milde walten - und stellte das Verfahren gegen eine Zahlung von 3000 Euro an die Opferhilfe Sachsen ein. Außerdem läuft noch ein Disziplinarverfahren innerhalb der Truppe gegen den Feldwebel.

Das Opfer konnte gestern nicht angehört werden - Niklas R. war auf der Anreise in einen falschen Zug gestiegen.

Das kostet ihn jetzt 150 Euro Strafe.

Fotos: Frank Vacik, Uwe Meinhold


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