Säugling schwer im Genitalbereich verletzt: So lange müssen Horror-Eltern hinter Gittern

Frankenthal - In dem Prozess um die Misshandlung eines Säuglings hat das Landgericht Frankenthal die Eltern aus Ludwigshafen am Freitag zu jeweils drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Säugling wies unter anderem schwere verletzungen im Genitalbereich auf (Symbolfoto).
Der Säugling wies unter anderem schwere verletzungen im Genitalbereich auf (Symbolfoto).  © DPA

Das Urteil gegen sie erging wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen, wie das Landgericht am Freitag mitteilte. Eine aktive Misshandlung des Säuglings sei den Angeklagten nicht nachzuweisen.

Demnach misshandelten die Frau und der Mann den damals sieben Wochen alten Jungen dadurch, dass sie es unterließen, die schädigende Behandlung durch den jeweils anderen Elternteils zu verhindern, wie ein Sprecher des Gerichts sagte.

"Aktives Tun eines der Elternteile sah die Kammer als nicht nachgewiesen." Darunter fallen die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs sowie die Zufügung einzelner, schwerer Verletzungen. Es gelte der Grundsatz: "Im Zweifel für den Angeklagten".

Nur eine Notoperation konnte den Jungen noch retten

Das Landgericht Frankenthal fällte das Urteil.
Das Landgericht Frankenthal fällte das Urteil.  © DPA

Das Baby hatte im Oktober 2018 schwere Verletzungen im Genitalbereich sowie Schädel- und Rippenfrakturen erlitten.

Nur eine Notoperation rettete den Jungen. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre für die Mutter und vier Jahre für den Vater gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Beide Angeklagte seien nach Angaben des Landgerichts bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Verteidigung kann noch Revision gegen das Urteil einlegen. Dem Jugendamt und einem Kinderarzt könnten keine Vorwürfe gemacht werden. Die Betreuung der Familie sei engmaschig gewesen.

Der Junge lebt dem Vormund zufolge in einer Pflegefamilie und erholt sich allmählich. Für Prognosen über die Entwicklung sei es zu früh.

Titelfoto: DPA


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