Hände hoch! Altes Polizeipräsidium in Frankfurt steht zum Verkauf

Ehrwürdiges Gebäude: Das alte Polizeipräsidium steht ab Montag zum Verkauf.
Ehrwürdiges Gebäude: Das alte Polizeipräsidium steht ab Montag zum Verkauf.  © DPA

Frankfurt - Für die Entwicklung des alten Polizeipräsidiums in Frankfurt wird jetzt wieder ein Investor gesucht.

Seit 15 Jahren verrottet das Gebäude zwischen Frankfurter Messe, Europaviertel und Hauptbahnhof.

Die Landesregierung hat jetzt ein Verkaufsverfahren gestartet, wie das Finanzministerium am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. "Die Chancen, dass sich auf diesem Filetgrundstück in absehbarer Zeit etwas tut, stehen gut", sagte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Einen Zeitraum nannte er noch nicht.

Um einen geeigneten Investor für das mehr als 15.000 Quadratmeter große Areal mit dem in Teilen denkmalgeschützten Gebäude zu finden, hat das Land das Unternehmen BNP Paribas Real Estate als "Transaktionsberater" - eine Art Makler - engagiert. "Das Interesse zahlreicher Investoren ist groß", sagte Schäfer. Sie könnten ihre Angebote in den kommenden Monaten abgeben.

Auf dem Gelände könne nach dem Bebauungsrecht ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Büro und Hotel sowie ein bis zu 145 Meter hohes Hochhaus entstehen. Die Ausgestaltung der Bebauung bleibe dem Investor in enger Abstimmung mit der Stadt vorbehalten, sagte Schäfer. "Das alte Polizeipräsidium ist ein interessantes Areal in Top-Lager einer pulsierenden, wachsenden Stadt."

Die Stadt will das Filetgrundstück vor allem nutzen, um bezahlbare Wohnungen zu bauen. Denn etwa 25 000 bis 30 000 Menschen suchten derzeit in Frankfurt eine Wohnung, schätzt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Zuletzt war in der Stadt von einigen hundert Wohnungen, möglicherweise aber auch Kitas, Schulen und sozialen oder kulturellen Einrichtungen auf dem Grundstück die Rede. Das im Bebauungsplan vorgesehene 145 Meter hohe Hochhaus im Hof des Alten Polizeipräsidiums sei dagegen verzichtbar.

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hatte vorgeschlagen, das Gebäude mit der Auflage zu verkaufen, Sozialwohnungen zu bauen - auch wenn dies einen Abschlag beim Erlös bedeute. Als Kaufpreis hatte das Finanzministerium vor einigen Jahren rund 90 Millionen Euro veranschlagt. Verhandlungen mit mehreren Investoren waren aber zu keinem Ergebnis gekommen.


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