Weihnachtsbaum in Flammen! Doch Retter sind unterwegs

Bei einem trockenen Weihnachtsbaum kann sich das Feuer explosionsartig ausbreiten (Symbolbild).
Bei einem trockenen Weihnachtsbaum kann sich das Feuer explosionsartig ausbreiten (Symbolbild).  © dpa/Soeren Stache

Kassel/Frankfurt - Wenn viele Hessen ihre Geschenke auspacken und Lieder singen, muss Hans-Hermann Finke ohne Weihnachtsbaum auskommen.

Im besten Fall sitzt der Berufsfeuerwehrmann mit Kameraden bei Kaffee und Kuchen in einer Feuerwache in Kassel. Im schlimmsten Fall bekämpft als Einsatzleiter mit seinen Leuten Flammen. Finke ist einer von Hunderten Brandschützern, die an Heiligabend Dienst haben.

Das Nachsehen haben in diesen Fällen die Familien: Finkes Frau und seine drei erwachsenen Kinder werden gemeinsam unterm Weihnachtsbaum sitzen – ohne den 51-Jährigen. Finke trägt es mit Fassung. "Das gehört dazu, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet", sagt er.

1800 Berufsfeuerwehrleute gibt es dem Landesfeuerwehrverband (LFV) zufolge in Hessen. Ein paar Hundert werden an Heiligabend Dienst haben, wie LFV-Geschäftsführer Harald Popp sagt. Hinzu kommen 72.000 Frauen und Männer in den Freiwilligen Feuerwehren. Diese werden im Einsatzfall alarmiert. "Das kann auch passieren, wenn man gerade Geschenke verteilt." Den Freiwilligen gebühre besondere Anerkennung, sagt Popp: Sie erhielten für ihre Einsätze in der Regel kein Geld.

Feuerwehrmann Hans-Hermann Finke (Archivbild) wird an Heiligabend Dienst in der Wache haben.
Feuerwehrmann Hans-Hermann Finke (Archivbild) wird an Heiligabend Dienst in der Wache haben.  © dpa/Uwe Zucchi

Und Feuer an Heiligabend seien nicht ungewöhnlich. "Es gibt um die Festtage herum mehr Brände", sagt Popp. Bei trockenen Adventsgestecken oder Weihnachtsbäumen könne sich das Feuer explosionsartig ausbreiten.

Dass die Weihnachtszeit Brandzeit ist, zeigen auch Statistiken der Versicherungen: Zum Jahresende 2016 hätten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer in Deutschland rund 50 Prozent mehr Brandschäden registriert als im Frühjahr oder Herbst, sagt Christian Ponzel vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die 11.000 Brandschäden am Ende des vergangenen Jahres kosteten die Versicherer rund 28 Millionen Euro, zwei Millionen mehr als im Vorjahr. "Im Durchschnitt kostete ein Brandschaden rund 2500 Euro", erklärt Ponzel.

Entgegen dem bundesweiten Trend sei die Zahl der Brände zur Advents- und Weihnachtszeit in Hessen auf lange Sicht aber eher rückläufig, sagt Michael Schaich, Sprecher des Innenministeriums. Die Gründe seien Aufklärungsarbeit und bessere Brandschutztechnik. 4859 Einsätze waren es im Dezember 2016.

Ob ihn am 24. Dezember eine stille Nacht oder ein heißer Abend erwartet, weiß Brandschützer Hans-Hermann Finke nicht: "Man kann nie so genau sagen, wie es läuft", erklärt er. Um 7.30 Uhr wird seine Schicht beginnen. Sie dauert bis 8 Uhr am ersten Weihnachtstag. Der Ablauf der Schicht sei wie an jedem anderen Arbeitstag: Fahrzeuge reinigen und prüfen, in der Werkstatt arbeiten. Am Nachmittag setzen sich die Brandschützer dann bei Kaffee und Kuchen zusammen – bis ein Notruf eingeht. 40 Berufsfeuerwehrleute sind an diesem Tag in Kassel im Dienst.

Deutlich mehr sind es in Frankfurt: 150 Einsatzkräfte sorgen laut Feuerwehrsprecher Markus Röck an Heiligabend für Sicherheit. Dass es in einer großen Stadt an Weihnachten zwangsläufig viele Einsätze gibt, sei aber ein Irrglaube. In Frankfurt beispielsweise gehe es an den Festtagen eher ruhiger zu, weil viele Berufspendler nicht in der Stadt seien.

Titelfoto: dpa/Soeren Stache


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