Streik vorbei? Schlichter soll Streit zwischen Halberg Guss und IG Metall beenden

Frankfurt (am Main)/ Leipzig/ Saarbrücken - Die IG Metall will den Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) durch eine Schlichtung beenden. Die Gewerkschaft hat am Mittwoch den früheren Arbeitsrichter Lothar Jordan aus Mannheim als Schlichter vorgeschlagen und dem Unternehmen eine Frist bis Donnerstag, 24.00 Uhr gesetzt.

Seit dem 14. Juni streiken die Mitarbeiter der Neue Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken.
Seit dem 14. Juni streiken die Mitarbeiter der Neue Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken.  © DPA

Sollten Schlichter und Schlichtung angenommen werden, könne der seit sechs Wochen währende Streik ab dem kommenden Montag ausgesetzt werden, sagte der Chef des IG-Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, in Frankfurt.

"Unser Angebot an die Arbeitgeberseite ist, sich auf das Schlichtungsverfahren und den von uns vorgeschlagenen Schlichter einzulassen. Dann, und nur dann sind wir bereit, den Streik in Leipzig und in Saarbrücken mit Beginn der Schlichtung vorerst auszusetzen", so Olivier Höbel und Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen bzw. der IG Metall Mitte. "Dies könnte bereits am kommenden Montag der Fall sein. Dabei ist aber auch klar: Es geht um eine Aussetzung unter den genannten Bedingungen, nicht um die Beendigung des Streiks."

Die rund 2200 NHG-Beschäftigten in Saarbrücken und Leipzig streiken seit dem 14. Juni für höhere Abfindungen und die Einrichtung von Beschäftigungsgesellschaften im Fall von Entlassungen. Am Dienstag war eine sechste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben (TAG24 berichtete).

"Eine historisch einmalige Provokation war es, im Laufe der Verhandlungen das ursprüngliche Abfindungsangebot gegenüber der IG Metall noch zu reduzieren, keine Sicherheit für die tatsächliche Auszahlung an alle Betroffenen zu geben und nicht in eine Maßregelungsklausel einzuwilligen, wie sie unter Tarifparteien üblich ist", äußerte sich die IG Metall.

Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit dem Jahresbeginn zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor, die sich mit dem VW-Konzern erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat. Das NHG-Management will das Werk Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 schließen.

Auch das Stammwerk Saarbrücken mit rund 1500 Mitarbeitern soll wegen wegbrechender Aufträge in der Folge des Streiks auf der Kippe stehen.

Titelfoto: DPA


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