Reiche Bankenstadt knöpft Obdachlosen Bargeld ab

Das Schlafen auf einer Parkbank kann in Frankfurt teuer werden (Symbolbild).
Das Schlafen auf einer Parkbank kann in Frankfurt teuer werden (Symbolbild).  © dpa/Frank Rumpenhorst, dpa/Soeren Stache

Frankfurt - Die reiche Bankenstadt am Main nimmt es sehr genau. Werden Obdachlose beim Schlafen auf einer Parkbank oder in einer Fußgängerzone erwischt, müssen sie Strafe zahlen.

Erst vor einer Woche trat Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei einer Obdachlosen-Speisung auf und servierte den Bedürftigen Gänsebraten und Rotkohl (TAG24 berichtete). Nun wurde Bekannt: Die Stadtverwaltung kann auch anders. Wie die Frankfurter Rundschau (FR) berichtet, erteilt die Stadtpolizei einzelnen Obdachlosen, die im Freien schlafen, sogenannte "Bar-Verwarnungen". Dabei müssen die Verwarnten "vor Ort einen bestimmten Betrag bezahlen", schreibt die FR.

Hintergrund der Bar-Verwarnungen ist demnach die städtische Gefahrenabwehrverordung, die das Lagern im öffentlichen Raum verbietet. Der Frankfurter Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) bestätigte die oben beschriebene Praxis gegenüber der FR.

Allerdings wies der CDU-Politiker gegenüber der Zeitung auch darauf hin, dass die "meisten der im Freien schlafenden Menschen kein Geld dabei hätten". Das Mittel komme daher nur selten zum Einsatz.

Wie viel Geld genau von den Obdachlosen im Fall einer Verwarnung verlangt wird, ist laut FR nicht bekannt. Es dürfte jedoch klar sein, dass selbst kleine Summen für die Betroffenen ein großes Problem darstellen.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst, dpa/Soeren Stache


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