Radikale Umweltschützer legen Hauptbahnhof lahm

Die Klimaaktivisten mussten von den Polizisten aus dem Gleisbereich getragen werden.
Die Klimaaktivisten mussten von den Polizisten aus dem Gleisbereich getragen werden.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Frankfurt - Vor knapp zwei Jahren blockierten radikale Umweltschützer auf spektakuläre Art und Weise einen ICE im Frankfurter Hauptbahnhof.

An Bord des Zuges war unter anderem Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die mit einer Delegation und mit Journalisten auf dem Weg von Berlin zur UN-Klimakonferenz in Paris war.

Die drei mutmaßlichen Täter von damals stehen nun vor dem Amtsgericht in Frankfurt. Verhandelt wird der Fall am heutigen Mittwoch ab 9.00 Uhr. Die Aktivisten ließen sich während des Halts am 28. November 2015 mit Seilen von einer Wartungsbrücke unter dem Bahnhofsdach auf das Dach des ICE herab. Die Weiterfahrt des Sonderzuges verzögerte sich seinerzeit um mehr als zweieinhalb Stunden.

Die Staatsanwaltschaft hat zwei heute 21 und 23 Jahre alte Frauen sowie einen 27 Jahre alten Mann wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr angeklagt. Die Aktivisten hatten sich mit der Aktion selbst in Lebensgefahr gebracht. Sie waren nur knapp an den Oberleitungen mit Starkstrom vorbeigeschwebt. Anschließend verlas einer von ihnen per Megafon eine Erklärung und warf den Teilnehmern des Klimagipfels vor, sie seien "nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems".

Auch Hendricks hatte damals vergeblich versucht, die Aktivisten zum Herabsteigen zu bewegen. "Das waren selbst gemachte Anarchisten", sagte die Politikerin anschließend. Rund eine Stunde später holte die Polizei die Aktivisten schließlich vom Zugdach.

Der Anklage zufolge verspäteten sich 15 weitere Züge wegen der Aktion teils deutlich. Den finanziellen Schaden bezifferte die Bahn auf rund 14.000 Euro. Weil zumindest eine der Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch im Heranwachsendenalter war, muss sich eine Jugendgerichtsabteilung mit dem ungewöhnlichen Fall befassen.

Zunächst ist nur ein Verhandlungstag vorgesehen.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst


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