So will Zentralrats-Chef Josef Schuster den Antisemitismus bekämpfen

Frankfurt - Der Zentralrat der Juden setzt sich für ein bundesweites Meldesystem für antisemitische Vorfälle ein.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert das Meldesystem vor allem wegen sich häufender Vorfälle an Schulen.
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert das Meldesystem vor allem wegen sich häufender Vorfälle an Schulen.  © dpa/Markus Hibbeler

Der Präsident des Zentralrates, Josef Schuster, schlug in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Dienstag vor, eine Einrichtung zu schaffen, um solche Fälle in Deutschland "rasch und ohne viele Hürden" zu erfassen. "Ich wünsche mir, dass ein niedrigschwelliges Angebot geschaffen wird, um antisemitische Vorfälle zu melden."

Dies gelte "auch und insbesondere für Übergriffe an Schulen", sagte Schuster. Insgesamt sollten alle antisemitischen Vorfälle bundesweit gemeldet werden können. "So erhalten wir ein deutlicheres Bild des Antisemitismus und seiner vielen Facetten."

Zuvor hatte Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte eine Meldepflicht für judenfeindliche Vorfälle an Schulen gefordert (TAG24 berichtete). Demzufolge sollen in jedem Bundesland die Schulen verpflichtet werden, solche Vorfälle konsequent der Schulverwaltung weiterzugeben.

Hintergrund der Diskussion sind aktuelle Fälle. An einer Grundschule in Berlin war eine Zweitklässlerin von älteren Schülern aus muslimischen Familien wegen ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit beschimpft worden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa/Markus Hibbeler


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