'ne Wohnung überm Aldi? Platzmangel macht erfinderisch

Frankfurt - Angesichts der Platznot in Ballungszentren bauen Supermarktketten immer mehr Filialen mit angeschlossenen Wohnungen und Gewerberäumen.

Ein Blick in die Zukunft: Wohnraum und Discounter fusionieren.
Ein Blick in die Zukunft: Wohnraum und Discounter fusionieren.  © DPA

Handelsfirmen wie Aldi, Lidl oder Norma wollen so die oft üppigen Flächen für Filialen besser nutzen.

Derzeit würden mehrere gemischte Filialen realisiert, teilte Norma mit. Bei den Projekten kombiniere die Handelskette Verkaufsflächen mit Wohnungen, Arztpraxen sowie Kindergärten.

Auch der Discounter Lidl nutzt gemischte Filialimmobilien, um Flächen zu verdichten: Er baut in Frankfurt eine neue Filiale mit Parkplätzen darunter. In einem weiteren Projekt in der Stadt sollen Wohnungen auf einem Filialgelände entstehen. "Das Unternehmen hat dicht besiedelte Großstädte mit Wohnraummangel im Blick", erklärte Lidl.

Mit den Projekten können die Handelsketten auch auf leichtere Baugenehmigungen hoffen. Denn wegen des Platzmangels in Städten sind eingeschossig gebaute Filialen schwer durchsetzbar.

Aldi Nord hat - auch unter politischem Druck - bereits angekündigt, in Berlin rund 2000 Wohnungen über Filialen oder auf deren Fläche zu bauen.

Bei den Plänen geht es auch um Profitabilität: In Metropolen seien rein eingeschossige Supermärkte plus Parkplätze wegen der hohen Grundstückpreise "wirtschaftlich nicht realisierbar", erklärte Rewe.

Selbst bei anderen Händlern findet das Vorgehen Gefallen: So strebt der Möbelriese Ikea zunehmend in die Innenstädte - und kann sich nun auch Büros und Wohnungen auf dem Dach von Filialen vorstellen. "Wir trauen uns zu, solche Modelle zu entwickeln. Umgesetzt werden sollten sie dann mit lokalen Partnern", kündigte Ikea am Mittwoch an.


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