Hat Freier Pistole gezogen, weil er mit Diensten von Prostituierter unzufrieden war?

Frankfurt am Main - Mit gezogener Pistole: Nach einem Bordellbesuch soll ein Freier mit Waffengewalt der Prostituierten das Geld für die erbrachte sexuelle Dienstleistung wieder abgenommen haben.

Der Vorfall soll sich in einem Bordell in Frankfurt-Bockenheim ereignet haben (Symbolbild).
Der Vorfall soll sich in einem Bordell in Frankfurt-Bockenheim ereignet haben (Symbolbild).  © Montage:dpa/Uli Deck, Boris Roessler

Achteinhalb Jahre nach dem Vorfall muss sich der heute 47 Jahre alte Mann wegen des Raubüberfalls vor dem Landgericht in Frankfurt verantworten.

Zum Prozess-Auftakt am Mittwoch stellte er die Geschehnisse aber ganz anders dar als die Staatsanwaltschaft. (AZ 3410 Js 257818/18)

Laut Anklage soll er im Januar 2011 in einem Bordell in Frankfurt-Bockenheim 80 Euro für Geschlechtsverkehr gezahlt haben. Weil er mit den sexuellen Kontakten unzufrieden gewesen sei, habe er danach das Geld wieder zurückgefordert.

Laut Anklage setzte er dabei einen Revolver als Drohmittel ein. Mit dem Geld flüchtete er. Erst im vergangenen Jahr wurde er anhand von DNA-Spuren identifiziert: Er hatte im Rahmen eines anderen Strafverfahrens Speichelproben bei der Polizei abgegeben.

Vor Gericht räumte der Angeklagte lediglich ein, damals in dem Bordell gewesen zu sein. Dort habe man ihn jedoch "über den Tisch gezogen".

Prozess vor dem Landgericht Frankfurt: Auch die Prostituierte ist geladen

Die Prostituierte habe nicht dem entsprochen, was im Internet angeboten worden sei. Nach dem Geschlechtsverkehr habe sie ihn aus dem Zimmer komplimentiert, ohne ihm das Wechselgeld zu geben.

Die Strafkammer hat drei weitere Verhandlungstage mit mehreren Zeugenvernehmungen terminiert, auch die Prostituierte ist geladen.

Titelfoto: Montage:dpa/Uli Deck, Boris Roessler

Mehr zum Thema Frankfurt Kriminalität:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0