Bombendrohungen in Frankfurt: Stecken Rechtsradikale dahinter?

Frankfurt/Berlin - Unter den zahlreichen Opfern mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen in ganz Deutschland waren auch Justizbehörden in Frankfurt. Das bestätigte eine Sprecherin am Donnerstag.

Auch das Oberlandesgericht in Frankfurt (Archivbild) erhielt eine mutmaßlich rechtsextreme Bombendrohung
Auch das Oberlandesgericht in Frankfurt (Archivbild) erhielt eine mutmaßlich rechtsextreme Bombendrohung  © dpa/Boris Rössler

Seit mehreren Wochen gibt es Medienberichten zufolge eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen.

Es gehe um mehr als 100 verschickte E-Mails, die mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterzeichnet worden seien, berichteten am Mittwochabend die Süddeutsche Zeitung und der NDR.

Gegen das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft Frankfurt habe es im Januar Bombendrohungen gegeben, sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen. Zu Einzelheiten sagte sie nichts, der Fall werde gebündelt in Berlin behandelt.

Nichts Neues gibt es Niesen zufolge bei den Ermittlungen gegen Frankfurter Polizeibeamte. Sie sollen in einer Chatgruppe rechtsextreme Inhalte ausgetauscht haben. Gegenstand der Ermittlungen ist auch, ob aus diesem Kreis Informationen über eine Frankfurter Anwältin weitergegeben wurden, die ebenfalls Drohschreiben erhielt.

Drohfaxe mit der Unterschrift "NSU 2.0"

Die Juristin Sedan Basar-Yildiz aus Frankfurt hatte mehrere Drohfaxe mit der Unterschrift "NSU 2.0" erhalten. Nach dem ersten dieser Schreiben im August 2018 kam heraus, dass Hintergrundwissen über die Anwältin aus dem polizeilichen Informationssystem eines Computers von einer Beamtin des 1. Reviers in Frankfurt abgefragt worden war.

Die Verfasser der Drohscheiben gegen Sedan Basar-Yildiz hatten unter anderem damit gedroht, die Tochter der Anwältin "schlachten" zu wollen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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