Ausschreitungen auf der Frankfurter Buchmesse

Um Szenen wie in Frankfurt zu verhindern, will die Leipziger Linksfraktion rechte Verlage von der Leipziger Buchmesse ausschließen.
Um Szenen wie in Frankfurt zu verhindern, will die Leipziger Linksfraktion rechte Verlage von der Leipziger Buchmesse ausschließen.  © DPA

Frankfurt - Der Auftritt der "Neuen Rechten" auf der Frankfurter Buchmesse sorgt weiter für Auseinandersetzungen. Bei einer Veranstaltung des rechten Antaios-Verlags kam es am Samstagnachmittag zu teils heftigen Ausschreitungen.

Diese Podiumsdiskussion war bestimmt anders geplant: Redner waren unter anderem der der Thüringer AFD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke, Verleger Götz Kubischek und Antaios-Autor Akif Pirinçci.

Wie aus dem Nichts fingen plötzlich Demonstranten an zu protestieren sowie mit Transparenten und Rufen wie "Nazis raus" gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Höckes Anhänger skandierten hingegen "Jeder hasst die Antifa". Die Polizei musste schlichtend eingreifen.

Als schließlich der österreichische Rechtsaktivist Martin Sellner und Mario Müller von der Identiären Bewegung angekündigt wurden, ging plötzlich ein noch viel größerer Tumult los. Lautes Gebrüll, Handgreiflichkeiten und heftige Wortgefechte zwischen Linken und Rechten sorgten 40 Minuten lang für Durcheinander.

Der Polizei gelang es schließlich die beiden Gruppen voneinander zu trennen und die Demonstranten zum Ausgang zu begleiten. Die Messe-Organisatoren erklärte damit auch die Antaios-Veranstaltung für beendet.

Bereits vor der Podiumsdiskussion soll es zu Handgreiflichkeiten am Antaios-Stand gekommen sein. Dabei soll der Frankfurter Stadtverordnete Nico Wehnemann (Die PARTEI) zu Boden geschubst worden sein. Bislang sei aber noch keine Anzeige erstattet worden, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der hessenschau.

Auch am Freitag war es zu einem gewalttätigen Angriff am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" gekommen. (TAG24 berichtete) Bei einer Lesung ging ein Zuhörer auf den Verleger des linken Trikont-Musikverlags zu und verletzte ihn mit der Faust an der Lippe, wie eine Messesprecherin bestätigte. Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige.

Titelfoto: DPA


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