Aktenzeichen XY: Eintracht-Fan bei brutaler S-Bahn-Attacke ins Koma geprügelt

Mainz/Frankfurt am Main - Es ist ein Fall, der jedem von uns im Alltag geschehen kann und auf den wir keinerlei Einfluss hätten. Ein solch trauriges Schicksal ereilte einen 51-jährigen Mann aus Frankfurt am Main, dessen Leben nach einer brutalen und hinterlistigen Attacke seitdem nicht mehr dasselbe ist.

Fotomontage: Die Überwachungs-Bilder aus der S-Bahn-Linie S4 zeigen den unbekannten Tatverdächtigen.
Fotomontage: Die Überwachungs-Bilder aus der S-Bahn-Linie S4 zeigen den unbekannten Tatverdächtigen.  © Bundespolizei Frankfurt

"Ich will mein altes Leben zurück", sagte der 51-Jährige in dem Einspieler zum Aktenzeichen-XY-Beitrag mit dem Titel "Ein Schlag". Im Jahr 2017 befand sich das Opfer in der S-Bahn-Linie S4. Zusammen mit seiner Exfrau und einem seiner drei Kinder war der Mann am 22. April 2017 auf dem Nachhauseweg, gerade hatte man ein Heimspiel der Frankfurter Eintracht besucht.

Am Westbahnhof passierte es schließlich: Ein unbekannter Mann nähert sich dem 51-Jährigen, verpasst ihm einen einzigen Schlag ans Kinn - mit fatalen Folgen. Der 51-Jährige stürzt zu Boden, schlägt mit dem Kopf auf dem Bahnsteig auf, fällt ins Koma, erst nach zwei Wochen erwacht er daraus. Neben der tiefen Platzwunde trägt er schwerwiegende Folgen davon, hat Seh-, Hör- und Konzentrationsprobleme.

Zudem erleidet er epileptische Anfälle, wird für arbeitsunfähig erklärt, darf weder Auto- noch Radfahren. Auch geliebten Freizeitaktivitäten wie Sport darf er nicht mehr nachgehen. Und auch seine geliebte Eintracht kann er nicht mehr im Stadion bejubeln, zu belastend sind die Geräuschkulisse und die Menschenmassen für ihn.

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"Jede Körperverletzung kann zunächst auch harmlos beginnen, aber in ihrer Konsequenz erheblich sein für das Opfer als auch für den Täter", schilderte Bodo Schwalm von der Bundespolizei Frankfurt, der bei Moderator Rudi Cerne (60) im Studio zu Gast war.

Beschrieben wird der Tatverdächtige als Mann im Alter von etwa 25 Jahren. Er sei 1,85 bis 1,90 Meter groß und schlank. Er trug am Tag der Tat dunkle Haare mit Scheitel und einem sogenannten Undercut, darüber hinaus und einen dünnen Oberlippen- und Kinnbart. Bekleidet war er mit einer schwarzen oder dunkelblauen Jacke mit weißen Doppelstreifen am Kragen, an den Ärmeln, den Ärmelbündchen und am Bund. Des Weiteren trug er eine blaue Jeans und weiße Sneaker. Er hatte eine rote Plastiktüte dabei.

Im Verlauf der Sendung seien bereits zahlreiche Hinweise eingegangen. Dies sei besonders aufgrund des Gedächtnisverlustes des Opfers ungemein wichtig, da der 51-Jährige selbst in keinster Weise zur Ergreifung seines Peinigers beitragen kann. "Wir haben 44 Hinweise erhalten, mit denen wir arbeiten können", sagte ein Sprecher der zuständigen Bundespolizei in Koblenz am Donnerstag. Die eingegangenen Informationen würden nun der Reihe nach ausgewertet.

Für Hinweise, die zur Identifizierung des Täters führen, wurde eine Belohnung von 1500 Euro ausgeschrieben. Auch weiterhin nimmt die Polizei in Frankfurt Hinweise zur Tat unter Rufnummer 069/1301450 entgegen.

Der Aktenzeichen-XY-Beitrag mit dem Titel "Ein Schlag" behandelte den Fall aus Frankfurt.
Der Aktenzeichen-XY-Beitrag mit dem Titel "Ein Schlag" behandelte den Fall aus Frankfurt.  © dpa/Sina Schuldt

Titelfoto: Bundespolizei Frankfurt

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